Wie lässt sich die Erfolgschance bei einer künstlichen Befruchtung erhöhen? Ein Experte gibt Antworten!
Der Facharzt für Gynäkologie, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin, Prof. Dr. Erkut Attar, betonte, dass eine umfassende Untersuchung und genetische Screenings vor Beginn einer künstlichen Befruchtung von großer Bedeutung seien, um erfolgreiche Ergebnisse zu erzielen.
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Prof. Dr. Attar wies auf den Einfluss des Alters der Frau auf die Erfolgsquote hin und betonte, dass die Chancen auf eine Schwangerschaft bei Frauen über 35 Jahren sinken, wobei genetische Tests in diesem Prozess eine wegweisende Rolle spielen.
"GENETISCHE UNTERSUCHUNGEN SOLLTEN VOR DER SCHWANGERSCHAFT ERFOLGEN"
Prof. Dr. Attar erklärte, dass Patienten sich vor Beginn einer IVF-Behandlung einer Chromosomenanalyse unterziehen sollten, und sagte, dass genetische Screenings insbesondere bei Paaren mit Verwandtenehen noch kritischer seien. „Genetische Tests können auch nach der Embryonenbildung durchgeführt werden, aber ideal ist es, diesen Prozess vor der Schwangerschaft zu planen“, so Attar, der zudem darauf hinwies, dass Screenings auf Erbkrankheiten wie SMA heutzutage immer wichtiger werden.
"MISSERFOLG SOLLTE KEIN GRUND ZUR VERZWEIFLUNG SEIN"
Prof. Dr. Attar erklärte, dass die Erfolgsquoten bei der künstlichen Befruchtung weltweit bei 50-60 Prozent liegen, und betonte, dass ein oder zwei erfolglose Versuche als natürlicher Teil der Behandlung betrachtet werden sollten.
Attar wies darauf hin, dass Erkrankungen wie das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS) und Endometriose vor einer IVF unbedingt bewertet werden müssen, da das Ignorieren solcher Probleme den Behandlungserfolg mindern könne.
"EMBRYONALQUALITÄT UND GEBÄRMUTTERBESCHAFFENHEIT SIND ENTSCHEIDENDE FAKTOREN"
Prof. Dr. Attar erklärte, dass die Embryonenqualität zu 80-90 Prozent und die Vorbereitung der Gebärmutter auf die Schwangerschaft zu 10-20 Prozent zum Erfolg der Behandlung beitragen. „Zum Beispiel können von 10 Embryonen 5 genetische Probleme aufweisen. Dies kann nur durch genetische Tests festgestellt werden. Daher müssen diese Tests bei der richtigen Patientengruppe unbedingt angewendet werden“, so seine Worte.
'GENETISCHES SCREENING' BEI VERWANDTENEHEN EIN MUSS
Attar wies darauf hin, dass das Risiko für genetische Erkrankungen bei Verwandtenehen höher sei, und sagte, dass bei diesen Paaren die Anwendung der Präimplantationsdiagnostik (PID) zwingend erforderlich sei. „Der Beginn des Prozesses mit einer Karyotyp-Analyse ist sowohl für gesunde Schwangerschaften als auch für den Erfolg der künstlichen Befruchtung entscheidend“, sagte er.
"STRESS UND UMWELTEINFLÜSSE BEEINFLUSSEN DEN ERFOLG"
Prof. Dr. Attar wies darauf hin, dass bei Frauen über 35 Jahren das Risiko für genetische Anomalien wie das Down-Syndrom steigt und sagte: „Bei Frauen, die eine Schwangerschaft aus beruflichen oder sozialen Gründen aufschieben, sinken die Erfolgschancen.
Allerdings spielen auch Stress, Umweltbedingungen und der Lebensstil in diesem Prozess eine Rolle. Daher sollten Patienten sowohl körperlich als auch psychologisch unterstützt werden“, sagte er.
Prof. Dr. Attar betonte, dass für eine erfolgreiche IVF-Behandlung auch die Strukturen innerhalb der Gebärmutter detailliert untersucht werden müssen: „Die Gebärmutterstruktur sollte mittels Methoden wie Bildgebung, Ultraschall oder Hysteroskopie untersucht werden. Ein zum richtigen Zeitpunkt durchgeführter Embryotransfer erhöht die Erfolgschance“, sagte er.
"DIE KOMMUNIKATION ZWISCHEN PATIENT UND ARZT BILDET DAS FUNDAMENT DER BEHANDLUNG"
Prof. Dr. Attar wies auf die Bedeutung einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Patient und Arzt während des IVF-Prozesses hin und schloss seine Worte wie folgt: „Der Patient muss geduldig sein und eine korrekte Kommunikation mit seinem Arzt pflegen. Hochwertige Labore, erfahrene Embryologen und individualisierte Behandlungspläne sind entscheidende Faktoren für den Erfolg. Zudem beeinflussen ein qualitativ hochwertiges Embryologielabor, ein erfahrenes Expertenteam und ein auf den Patienten zugeschnittenes Behandlungsprotokoll die Erfolgsquote direkt“, sagte er.
Abschließend betonte Prof. Dr. Erkut Attar, dass die Harmonie zwischen Patient und Arzt für den Behandlungsprozess unerlässlich sei: „Für eine erfolgreiche Behandlung muss der Patient eine auf Vertrauen basierende und offene Kommunikation mit seinem Arzt aufbauen. Es ist möglich, ohne Verzweiflung, mit Geduld und einer korrekten Planung den Erfolg zu erreichen“, erklärte er.