Achten Sie auf die Ursachen von Hautjucken bei Kälte
Der Dermatologe Prof. Dr. Kemal Özyurt erklärte, dass Hautjucken nicht nur auf atopisches Ekzem hinweisen kann, sondern auch ein Anzeichen für die derzeit weit verbreitete Krätze sein könnte.
İHA
Der Dermatologe Prof. Dr. Kemal Özyurt wies darauf hin, dass es insbesondere in den Wintermonaten zu Juckreiz aufgrund von Hauttrockenheit kommen kann: „In den Wintermonaten sehen wir sehr häufig Beschwerden im Zusammenhang mit trockener Haut. Unsere Patienten stellen sich vor allem mit Beschwerden über Trockenheit an den Händen oder, in selteneren Fällen, am ganzen Körper vor. In diesen Monaten nimmt die Trockenheit durch den Einfluss der Kälte noch weiter zu.
Wenn dies nicht behandelt wird und keine Feuchtigkeitscremes verwendet werden, kann dies zu einem Ekzem führen. Darüber hinaus gibt es eine Erkrankung namens atopisches Ekzem. Insbesondere das Tragen von zu viel Wolle und dicker Kleidung in den Wintermonaten verschlimmert das Ekzem.
Auch diese müssen mit geeigneten Feuchtigkeitscremes behandelt werden. Bei atopischer Dermatitis kann zudem die Verwendung von starken Peelings, Schwämmen oder Seifen, insbesondere in den Wintermonaten, das atopische Ekzem verstärken. Wenn man von atopischem Ekzem spricht, denkt man natürlich an Juckreiz. Manchmal äußert sich Hauttrockenheit nur durch Juckreiz. Dies ist eine wichtige Ursache für Juckreiz. Besonders bei Kindern mit atopischem Ekzem oder bei älteren Menschen, auch ohne Ekzem, kann Trockenheit eine ernsthafte Ursache für Juckreiz sein“, sagte er.
Prof. Dr. Özyurt erklärte, dass das Leben von Patienten mit hartnäckiger Krätze stark beeinträchtigt wird: „Juckreiz kann bei vielen Krankheiten aus vielen Gründen auftreten. Man muss auch erwähnen, dass wir derzeit leider eine Krätze-Epidemie haben, die seit 4 Jahren andauert. Es treten juckende Wunden auf, die bei verschiedenen Patienten unterschiedliche Symptome zeigen, nachts zunehmen und sich insbesondere innerhalb der Familie oder bei Personen, die sich denselben Haushalt teilen, ausbreiten.
Eine frühzeitige Diagnose der Krätze ist sehr wichtig, da sich bei Verzögerungen Resistenzen gegen die Behandlung entwickeln können. Zudem ist das Leben von Patienten mit hartnäckiger Krätze wirklich stark beeinträchtigt. Wir wenden bei diesen Patienten seit einem Jahr neuere Behandlungen an, die erst kürzlich in die Türkei gekommen sind. Krätze kann insbesondere in Schlafsälen wie Wohnheimen oder Kasernen zu großen Ausbrüchen führen. Glücklicherweise ist sie derzeit nicht in diesem Ausmaß verbreitet, aber es ist wichtig, dass unsere Patienten, die unter Juckreiz leiden, auch an Krätze denken und dementsprechend einen Arzt aufsuchen“, fügte er hinzu.
„MAN SOLLTE KRÄTZE NICHT VERHEIMLICHEN“
Prof. Dr. Kemal Özyurt erklärte, dass manche Patienten ihre Krätze aus Scham verheimlichen, und fuhr wie folgt fort:
„Man sollte Krätze nicht verheimlichen. Manchmal kommen Patienten zögerlich in die Praxis. Krätze ist keine Folge mangelnder Hygiene. Sie hat nichts damit zu tun, dass man nicht auf Hygiene achtet oder seine Kleidung nicht regelmäßig reinigt. Es ist eine ansteckende parasitäre Erkrankung. Auch bei sehr hygienischen Menschen, die sehr auf Sauberkeit achten, können Parasiten übertragen werden. Deshalb raten wir unseren Patienten, ohne Sorge unbedingt einen Arzt zur Behandlung aufzusuchen. Juckreiz kann bei verschiedenen Krankheiten verwechselt werden. Krätze kann mit vielen Krankheiten verwechselt werden.
Wir können dies bei der Untersuchung unterscheiden. Ekzeme haben ihre eigenen spezifischen Läsionen und Erscheinungsbilder, aber eine Verwechslung ist durchaus möglich. Bei Krätze versuchen wir, den Parasiten und seine Überreste durch eine dermatoskopische Untersuchung, also durch eine stärkere Vergrößerung, zu erkennen. Das ist für uns wichtig.
Wir können sie auch daran unterscheiden, dass der Juckreiz bei Krätze nachts zunimmt und dass andere Familienmitglieder oder Personen im selben Haushalt ebenfalls betroffen sind.“