Baby mit außerhalb des Körpers entwickelten Darmorganen durch Operation im Mutterleib geheilt

Der kleine Theo, Sohn der in London lebenden Maisie Savage, wurde aufgrund einer Gastroschisis in der 26. Schwangerschaftswoche in den USA im Mutterleib operiert.

12punto

Theo, der Sohn der in London lebenden Maisie Savage und Josh French, wurde aufgrund eines schweren Geburtsfehlers bereits im Mutterleib operiert. Der mittlerweile fünf Monate alte Theo gilt als gesund und führt mit seiner Familie ein normales Leben.

Bei Theo wurde eine Gastroschisis diagnostiziert, bei der sich die Bauchwand nicht richtig schließt, was dazu führt, dass sich die Därme außerhalb des Bauches entwickeln. Die Familie berichtete, dass die Nachricht über den Gesundheitszustand des Babys beim Ultraschall in der 20. Woche ein großer Schock für sie gewesen sei.

Nach Untersuchungen im Great Ormond Street Hospital in London stellten die Ärzte fest, dass Theo an einer komplexen Gastroschisis litt, einer schwereren Form des Krankheitsbildes. Daraufhin wurde die Familie an eine klinische Studie am Texas Children’s Hospital in Houston, USA, verwiesen.

Maisie Savage wurde in der 26. Schwangerschaftswoche, im November 2025, operiert. Vor dem Eingriff erhielt Theo im Universitätsklinikum Leuven in Belgien eine Botox-Injektion, um die Muskeln der Bauchwand zu entspannen. Anschließend reiste die Familie nach Texas.

WIE WURDE DIE OPERATION DURCHGEFÜHRT?

Das Team für fetale und pädiatrische Chirurgie unter der Leitung von Dr. Michael Belfort am Texas Children’s Hospital legte die Gebärmutter von Maisie teilweise frei. Das Fruchtwasser wurde abgelassen und das Operationsfeld mit Kohlendioxidgas erweitert. Anschließend wurden Theos Organe mittels einer minimalinvasiven Methode vorsichtig in die Bauchhöhle zurückverlagert und die Bauchwand mit Nähten verschlossen.

Nach dem Eingriff wurde die Schwangerschaft fortgesetzt. Theo kam im Februar in Texas durch eine vaginale Geburt zur Welt. Seine Mutter Maisie beschrieb die Erfahrung gegenüber der BBC mit den Worten: „Ein kleines Wunder, nicht wahr?“

Gastroschisis tritt im Vereinigten Königreich bei etwa einem von 3.000 Babys pro Jahr auf. Selbst in leichteren Fällen müssen die Babys oft wochenlang auf der Neugeborenen-Intensivstation bleiben, intravenös oder über Sonden ernährt werden und sich Operationen unterziehen. Bei komplexen Fällen kann der Behandlungsprozess monatelange Intensivpflege, mehrere Operationen und eine langfristige intravenöse Ernährung erfordern.

Die Operation von Theo, dem dritten Baby, das von der klinischen Studie profitierte, wird von Experten als bedeutender Fortschritt gewertet. Dr. Belfort bezeichnete es als „außergewöhnlich“, dass bei Mutter und Kind während oder nach der Operation keine Komplikationen auftraten.

Paolo de Coppi, Professor für Kinderchirurgie am Great Ormond Street Hospital in London, erklärte, dass diese Methode bei Erfolg der Studien auch in England angewendet werden könnte. De Coppi äußerte die Hoffnung, dass das Verfahren „in naher Zukunft einem breiteren Personenkreis“ angeboten werden könne.

Seine Familie berichtet, dass Theo heute wie ein „völlig normales Baby“ heranwächst. Josh French betonte, dass die medizinischen Teams sowohl in London als auch in Texas einen Prozess, der für Familien traumatisch sein kann, wesentlich besser bewältigbar gemacht hätten.