Dialyse-Krise in Gaza verschärft sich: Mangel an Natriumbicarbonat beeinträchtigt Behandlung hunderter Patienten
Da die Vorräte an Natriumbicarbonat nahezu erschöpft sind, sind in Gaza Dutzende Dialysegeräte ausgefallen; Ärzte warnen vor Lebensgefahr.
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Die Materialkrise, die das Gesundheitssystem im Gazastreifen belastet, wirkt sich direkt auf die Behandlung von Patienten mit Nierenversagen aus. Berichten zufolge sind Dutzende Dialysegeräte außer Betrieb, da das für den Betrieb der Geräte notwendige Natriumbicarbonat fast vollständig aufgebraucht ist, was den Zugang hunderter Patienten zu einer regelmäßigen Behandlung erschwert.
Ärzte warnten, dass eine Verkürzung der Dialysesitzungen bei Patienten mit Nierenversagen zu lebensbedrohlichen Folgen wie Kaliumanstieg, Flüssigkeitsansammlungen, Elektrolytstörungen und einer Störung des Säure-Basen-Haushalts führen kann. Experten zufolge könnte dieses Szenario zu einer raschen Verschlechterung des Gesundheitszustands der Patienten und zu einem Anstieg vermeidbarer Todesfälle führen.
DAUER UND HÄUFIGKEIT DER SITZUNGEN REDUZIERT
Dr. Gazi al-Yazji, Leiter der Abteilung für Nephrologie und Nierentransplantation am Al-Shifa-Krankenhaus, erklärte, dass in der Dialyseabteilung des Krankenhauses 240 Patienten mit chronischem Nierenversagen behandelt werden. Laut Al-Yazji konnten die Patienten zuvor dreimal wöchentlich für jeweils vier Stunden dialysiert werden, doch aufgrund des aktuellen Mangels sei dieser Plan nicht mehr aufrechtzuerhalten.
Al-Yazji wies darauf hin, dass die Abteilung mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert sei, und bezeichnete den „dringendsten Engpass“ als den gravierenden Mangel an Natriumbicarbonat, das für den Betrieb der Dialysegeräte erforderlich ist. Er merkte an, dass dieser Mangel 25 Dialysegeräte außer Betrieb gesetzt habe und nur noch 26 Geräte mit begrenzter Kapazität arbeiten könnten.
Es wurde mitgeteilt, dass das medizinische Personal gezwungen war, die Dialysesitzungen von vier auf drei Stunden und die wöchentliche Anzahl der Sitzungen pro Patient von drei auf zwei zu reduzieren. Al-Yazji sagte, dass bei einer sofortigen Bereitstellung von Natriumbicarbonat die Geräte wieder in Betrieb genommen werden könnten und die Patienten eine Behandlung gemäß international anerkannten medizinischen Protokollen erhalten könnten.
Wael Skik, der seit etwa vier Jahren eine Dialysebehandlung erhält, äußerte ebenfalls, dass die Patienten unter sehr schwierigen Bedingungen um ihr Überleben kämpfen. Skik betonte, dass die Reduzierung sowohl der Dauer als auch der Häufigkeit der Sitzungen die Belastung für die Patienten erhöhe und dass Patienten mit Nierenversagen für ihr Überleben auf eine regelmäßige Dialyse angewiesen seien.
Skik appellierte an das Gesundheitsministerium, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und internationale humanitäre Hilfsorganisationen, die Einfuhr von Natriumbicarbonat nach Gaza dringend sicherzustellen. In dem durch Blockade und Angriffe unter schwerem Druck stehenden Gesundheitssystem in Gaza schränken die Engpässe bei grundlegenden medizinischen Materialien die Kapazitäten der Krankenhäuser weiter ein.