Die Gefahr bei langfristiger Kopfhörernutzung

Mit der zunehmenden Nutzung von Technologie und dem damit verbundenen Anstieg der Kopfhörernutzung zu Unterhaltungszwecken treten vermehrt Ohrprobleme auf, die bis hin zu dauerhaftem Hörverlust führen können. Durch die weite Verbreitung von Smartphones sind weltweit fast 1,5 Milliarden Kinder und Jugendliche von einem Risiko für Hörverlust betroffen.

İHA

Der Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie Kopf- und Halschirurgie, Assistenzprofessor Dr. Remzi Tınazlı, erklärt, dass Studien zufolge die Häufigkeit von Hörverlust bei Jugendlichen, die Kopfhörer durchschnittlich 80 Minuten oder länger pro Tag nutzen, bei 22,3 Prozent liegt. 

Darüber hinaus warnt er, dass das Risiko für einen Hörverlust bei Jugendlichen, die täglich mehr als 80 Minuten Kopfhörer verwenden, 4,7-mal höher ist als bei denjenigen, die sie weniger als 80 Minuten nutzen.

"DREH DIE LAUTSTÄRKE RUNTER"

Assistenzprofessor Dr. Tınazlı weist darauf hin, dass der Innenohr-Hörverlust, der früher als Alterskrankheit galt, in letzter Zeit aufgrund der unbewussten Nutzung persönlicher Kopfhörer zu Unterhaltungszwecken immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Er merkte an, dass die ständige Belastung durch hohe Lautstärken bei der Kopfhörernutzung dabei eine Hauptrolle spielt. 

Assistenzprofessor Dr. Tınazlı unterstrich, dass diese Hörverluste als Innenohr-Hörverlust klassifiziert werden, der irreversibel ist und durch die kontinuierliche Belastung mit hohen Dezibelwerten fortschreitet. 

Assistenzprofessor Dr. Tınazlı sagte: „Die unkontrollierte Nutzung von Kopfhörern kann zu dauerhaftem Hörverlust führen. Daher sind die Lautstärke und die Dauer der Nutzung unserer Kopfhörer von entscheidender Bedeutung.“ Dr. Tınazlı teilte die Information, dass das menschliche Ohr einer Lautstärke von 85 Dezibel bis zu 8 Stunden standhalten kann, und wies darauf hin, dass sich nach Überschreiten dieser Werte ein Hörverlust entwickelt.

"OHRENSAUSEN SOLLTE NICHT AUF DIE LEICHTE SCHULTER GENOMMEN WERDEN"

Tınazlı erklärte, dass vorübergehendes Ohrensausen (Tinnitus) auf den Beginn eines Hörverlusts hindeuten könne, und betonte die lebenswichtige Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose bei der Behandlung von Hörverlust. Tınazlı sagte: „Da das Ohrensausen anfangs meist von selbst verschwindet und die Betroffenen den Hörverlust noch nicht bemerken, wird es oft unterschätzt.

Das Innenohr, das jedes Mal Schaden nimmt, kann sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr selbst reparieren, was in der Folge zu dauerhaften Hörverlusten führt.“

Assistenzprofessor Dr. Remzi Tınazlı erklärte, dass die unbewusste Nutzung von Kopfhörern auch im Außenohr zu erheblichen Problemen führen kann. Er wies darauf hin, dass die ständig in den Gehörgang eingeführten Kopfhöreraufsätze den Gehörgang reizen und bakterielle Infektionen begünstigen können.

Tınazlı fügte hinzu, dass bei langfristiger Nutzung der Kopfhörer zudem Hygieneprobleme auftreten können, die in der Folge zu Pilzerkrankungen führen können.

"DREHEN SIE DIE LAUTSTÄRKE DER KOPFHÖRER NICHT ÜBER 60 PROZENT"

Assistenzprofessor Dr. Tınazlı betonte, dass es viele Punkte gibt, auf die man für die Ohrgesundheit achten sollte, und fasste diese wie folgt zusammen: „Für die Ohrgesundheit ist es in erster Linie wichtig, laute Umgebungen zu meiden; falls dies nicht möglich ist, müssen unbedingt Gehörschutzstöpsel verwendet werden. Wenn man mit Kopfhörern Musik hört, sollte die Lautstärke nicht über 60 Prozent eingestellt werden und die ununterbrochene Nutzungsdauer sollte eine Stunde nicht überschreiten. 

Genau wie andere Organe werden auch unsere Ohren müde und benötigen Ruhe. Daher müssen zum Schutz der Ohren unbedingt Ruhepausen eingelegt werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt, auf den man achten sollte, ist, dass man nicht mit Kopfhörern beim Musikhören einschlafen sollte. Bei der Wahl der Kopfhörer sollten Geräte bevorzugt werden, die Hintergrundgeräusche reduzieren, Musik auf einem sicheren Niveau abspielen können und eine gute Schallisolierung bieten.“