Geburtsskandal in Privatklinik in Ankara: Mutter entbindet ohne Arzt

In einer Privatklinik in Ankara musste eine Frau, die unter Geburtswehen litt, Berichten zufolge ohne ärztliche Hilfe entbinden. Das Leben von Mutter und Kind wurde durch einen Arzt eines anderen Krankenhauses gerettet, der zufällig vor Ort war.

12punto

Die 32-jährige N.Ş. aus Ankara begab sich in der 35. Schwangerschaftswoche mit dem Verdacht auf eine bevorstehende Geburt in das von ihr zuvor gewählte Özel Koru Hastanesi. Berichten zufolge intervenierte jedoch kein Arzt, obwohl sie nach Beginn der Geburtswehen etwa eineinhalb Stunden lang um Hilfe gerufen hatte. In dieser Situation rettete ein Anästhesist, der in einem anderen Krankenhaus arbeitet und zufällig vor Ort war, das Leben von Mutter und Kind. Das Baby wurde nach der Geburt auf die Intensivstation verlegt und dort über einen längeren Zeitraum behandelt.

Rechtsanwalt Kadir Cem Temtek erklärte, die Mutter sei mit dem Verdacht auf eine bevorstehende Geburt in das Krankenhaus bestellt worden und sagte: "Obwohl die Mutter wiederholt darauf hinwies, dass die Geburt begonnen habe, erhielt sie eineinhalb Stunden lang keine Hilfe. Ein zufällig anwesender Anästhesist griff ein und rettete das Leben von Mutter und Kind."

Die Familie wandte sich an das Krankenhaus, um ihre Beschwerde vorzubringen. Temtek gab jedoch an, dass die Krankenhausleitung argumentiert habe, eine natürliche Geburt müsse so verlaufen, und fügte hinzu: "Das Krankenhaus versuchte, die Kosten für die Geburt und die Intensivstation einzufordern. Wir haben diesen Fall sowohl den Justiz- als auch den Verwaltungsbehörden gemeldet."

Temtek erklärte, dass der körperliche Gesundheitszustand der Mutter nach dem Vorfall gut sei, sowohl die Mutter als auch der Vater jedoch psychisch stark belastet seien. Er wies darauf hin, dass das Krankenhaus damit werbe, rund um die Uhr Ärzte vor Ort zu haben, und sagte: "Zum Zeitpunkt der Geburt konnten wir diese Ärzte jedoch nicht sehen."

Die Presseabteilung des Özel Koru Hastanesi kündigte an, in Kürze eine Stellungnahme zu den Vorwürfen abzugeben.