Neue Maßnahme des Gesundheitsministeriums: Künftig drohen nicht nur Betrieben, sondern auch Rauchern Bußgelder
Wer in geschlossenen Räumen raucht, wird künftig nicht mehr nur als Betrieb, sondern auch als Einzelperson direkt bestraft.
İHA
Im Rahmen der unter der Federführung des Gesundheitsministeriums durchgeführten „Kampagne für ein rauchfreies Türkiye“ wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Mit einer neuen, von der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) verabschiedeten Regelung wurde der Weg für individuelle Bußgelder geebnet, um den Zigarettenkonsum zu reduzieren. Der Generaldirektor für öffentliche Gesundheit, Doç. Dr. Muhammed Emin Demirkol, informierte die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand der Kampagne.
Demirkol betonte, dass der Kampf gegen Tabakprodukte in der gesamten Türkei unvermindert fortgesetzt werde, und unterstrich, dass in der neuen Phase nicht nur Betriebe, sondern auch rauchende Einzelpersonen mit Strafen belegt würden. „Dies ist ein äußerst kritischer Meilenstein auf unserem Weg zu einer rauchfreien Türkei“, sagte Demirkol und erklärte, dass mit Beginn des Jahres 2025 die stichprobenartigen Kontrollen verstärkt wurden und die routinemäßigen Überprüfungen in allen 81 Provinzen, insbesondere in den drei größten Städten, intensiviert wurden.
„Durch die stichprobenartigen Kontrollen wurden allein im Jahr 2025 bereits rund 4 Tausend Bußgelder verhängt. Der wichtigste Schritt ist nun jedoch, dass auch individuelle Verstöße direkt geahndet werden“, so Demirkol, der deutlich machte, dass das Rauchen in geschlossenen Räumen sowohl für den Betrieb als auch für die Einzelperson Sanktionen nach sich ziehen wird.
WER MIT DEM RAUCHEN AUFHÖREN WILL, SUCHT UNTERSTÜTZUNG
Nach Angaben von Demirkol nimmt der direkte Kontakt zu den Bürgern im Rahmen der Kampagne zu. Während der auf der Straße durchgeführten Aktion „Erfahre dein Idealgewicht und lebe gesund“ wurden Größe und Gewicht von Millionen Menschen gemessen; an den direkt daneben aufgebauten Ständen wurde zudem über die Raucherentwöhnung informiert.
Nach dieser Aufklärung stiegen die Anmeldungen in den Raucherentwöhnungskliniken um 85 Prozent. „Unsere Bürger wollen eigentlich aufhören, sie brauchen nur eine helfende Hand“, sagte Demirkol und fügte hinzu, dass in den letzten drei Monaten 150 neue Zentren zu den landesweit 700 aktiv arbeitenden Raucherentwöhnungskliniken hinzugekommen seien. Das Ziel sei es, diese Zahl bis Jahresende auf eintausend zu erhöhen.
„JÄHRLICH 100 TAUSEND TOTE: DIES IST EINE STILLE PANDEMIE“
Demirkol erinnerte daran, dass das Rauchen in der Türkei jährlich etwa 100 Tausend Menschen das Leben kostet, und sagte, dass diese Zahl ein Ausmaß erreiche, das selbst während der Pandemie nicht verzeichnet wurde. „Das Rauchen ist eigentlich eine große Pandemie, an der jedes Jahr 100 Tausend Menschen sterben“, betonte Demirkol die Ernsthaftigkeit der Lage und wies darauf hin, dass selbst Passivrauchen weltweit jährlich zu 1 Million Todesfällen führe.
Demirkol erinnerte zudem daran, dass der Verkauf von Produkten wie E-Zigaretten und Vapes verboten sei, und erklärte, dass die Kontrollen dieser Produkte in Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften streng fortgesetzt würden. Er fügte hinzu, dass bei Feststellung von Verstößen die Produkte beschlagnahmt und rechtliche Schritte eingeleitet würden.