Jedes dritte in Istanbul verkaufte Produkt enthält schädliche Pestizide
Laut einem Bericht von Greenpeace Türkei wurden in einigen in Istanbul verkauften Obst- und Gemüsesorten Pestizidrückstände in gesundheitsgefährdendem Ausmaß festgestellt.
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Der von Greenpeace Türkei veröffentlichte Bericht "Pestizide und Kinder" hat ergeben, dass in 14 verschiedenen in Istanbul verkauften Obst- und Gemüsesorten gefährliche Pestizidrückstände enthalten sind. Produkte, die aus fünf großen Supermarktketten und verschiedenen lokalen Märkten entnommen wurden, wurden in einem international akkreditierten Labor untersucht. Als Ergebnis dieser Untersuchungen wurde in jedem dritten Produkt ein Pestizidrückstand festgestellt, der gegen die Vorschriften in der Türkei verstößt.
Im Rahmen der Untersuchung wurden 155 Proben von Produkten wie Paprika, Tomaten, Äpfeln und Gurken analysiert. Zu den Lebensmitteln mit den meisten Problemen zählten Weinblätter in Salzlake, grüne Spitzpaprika und Spinat. Das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft verhängt bei Feststellung eines vorschriftswidrigen Pestizideinsatzes verwaltungsrechtliche Sanktionen gegen Erzeuger und Lebensmittelunternehmer. Das Ministerium hatte erklärt, dass die Pestizidrückstandsrate zwischen 2021 und 2023 um 35 Prozent gesunken sei.
AUSWIRKUNGEN VON PESTIZIDEN AUF DIE GESUNDHEIT
Die Auswirkungen von Pestiziden auf die menschliche Gesundheit werden in akute und chronische unterteilt. Während bei kurzzeitiger Exposition akute Effekte wie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auftreten können, kann eine langfristige Exposition gegenüber niedrigen Dosen zu chronischen Vergiftungen führen. Pestizide können schwerwiegende gesundheitliche Probleme wie Atemwegserkrankungen, neurologische Störungen, Krebs und hormonelle Störungen verursachen.
In 49 der von Greenpeace Türkei analysierten 155 Proben wurden Pestizide gefunden, die das Hormonsystem stören, die neurologische Entwicklung beeinträchtigen, krebserregend sind oder eine Bedrohung für die reproduktive Gesundheit darstellen. In 90 Prozent dieser Proben wurden Pestizidrückstände mit reproduktionsschädigenden oder entwicklungsstörenden Eigenschaften nachgewiesen.
PESTIZIDKONTROLLEN IN DER TÜRKEI
Pestizidkontrollen in der Türkei werden vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft durchgeführt. Die Kontrollen finden vor und nach der Ernte, an Verkaufsstellen auf Großmärkten und in den Verkaufsregalen statt. Es wurde berichtet, dass im Zeitraum 2021-2023 250.000 Pestizidkontrollen durchgeführt wurden und die Pestizidrückstandsrate um 35 Prozent gesunken ist. Zudem wurden in Übereinstimmung mit der EU 223 Substanzen verboten.
Experten betonen, dass zur Reduzierung des Pestizideinsatzes der ökologische Landbau gefördert und biologische Bekämpfungsmethoden verbreitet werden müssen. Die regelmäßige Überwachung von Pestizidrückständen und die Anwendung von Sanktionen bei Bedarf sind von entscheidender Bedeutung, um das Risiko für die Lebensmittelsicherheit zu verringern.