Kaltes und windiges Wetter kann einen Herzinfarkt auslösen

Während ein Herzinfarkt als „Unterbrechung des Blutflusses zum Herzmuskel infolge eines Verschlusses oder einer extremen Verengung der Herzkranzgefäße“ definiert wird, sind in unserem Land 33,4 Prozent aller Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen.

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Der Facharzt für Herz- und Gefäßchirurgie Prof. Dr. Hasan Karabulut weist darauf hin, dass die Annahme, „Herzkrankheiten seien eine Männerkrankheit“, nicht korrekt ist, auch wenn sie bei Männern häufiger diagnostiziert werden.

Er erklärt, dass die koronare Herzkrankheit bei Frauen häufiger auftritt als Brustkrebs oder andere Erkrankungen und wie bei Männern die Todesursache Nummer eins darstellt. Er fügt hinzu, dass das Sterberisiko beim ersten Herzinfarkt bei Frauen doppelt so hoch ist wie bei Männern.

Herzinfarkte, die in unserem Land für 33 Prozent der Todesfälle verantwortlich sind, stehen weltweit an erster Stelle der Todesursachen. Dabei zeigen Untersuchungen, dass dieses Risiko durch einige Änderungen des Lebensstils verringert werden kann.

Da insbesondere die aktuelle Winterzeit zu einer Verengung der Herzkranzgefäße führt und durch einen Anstieg des Blutdrucks den Herzschlag beschleunigt, empfiehlt Prof. Dr. Hasan Karabulut, Facharzt für Herz- und Gefäßchirurgie am Acıbadem Altunizade Krankenhaus, bei kaltem Wetter besonders vorsichtig zu sein. 

ACHTUNG BEI INTENSIVEM ARBEITSTEMPO

Einige Faktoren, die zu einem Herzinfarkt führen, gelten als veränderbar, andere als nicht veränderbare Risikofaktoren. „Genetische Veranlagung, Geschlecht, fortgeschrittenes Alter, Diabetes und Stress“ stehen an erster Stelle der nicht veränderbaren Risikofaktoren.

Diabetiker gehören nicht nur bei der koronaren Herzkrankheit, sondern auch im Hinblick auf Schlaganfälle, Herzinfarkte und plötzlichen Herztod zur Risikogruppe. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, doch ungesunde und unregelmäßige Ernährung, Bewegungsmangel, Tabak- und Alkoholkonsum sowie intensive körperliche Belastungen führen heute dazu, dass plötzliche Herzinfarkte bereits in jüngeren Jahren auftreten. Zudem zeigen Studien, dass ein intensives Arbeitstempo und Stress die Entwicklung von Herzkrankheiten und Herzinfarkte begünstigen.

KALTES WETTER KANN HERZINFARKT AUSLÖSEN

Der Facharzt für Herz- und Gefäßchirurgie Prof. Dr. Hasan Karabulut merkt zudem an, dass sich auch sinkende Temperaturen negativ auf die Herzgesundheit auswirken. Kaltes und windiges Wetter kann bei bereits bestehenden, klinisch unauffälligen Gefäßverengungen einen Herzinfarkt auslösen, indem es die Gefäße weiter verengt, den Blutdruck erhöht und die Herzfrequenz steigert. Daher ist es für Menschen mit bestehenden Herzbeschwerden von großer Bedeutung, bei kaltem Wetter auf ihre Lebensgewohnheiten zu achten.

RAUCHEN MUSS AUFGEGEBEN WERDEN

Betrachtet man die veränderbaren Risikofaktoren, so stechen „Rauchen, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Cholesterin und Bewegungsmangel“ hervor. Bei Rauchern verringert sich die Sauerstoffzufuhr zum Herzen; Blutdruck, Herzfrequenz und die Blutgerinnung nehmen zu. Daher ist das Rauchen der erste Risikofaktor, der zur Verringerung und Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eliminiert werden muss.

Da fast die Hälfte der Patienten mit Bluthochdruck in der Gesellschaft nichts von ihrer Erkrankung weiß, wird betont, dass es sinnvoll ist, den Blutdruck regelmäßig messen zu lassen, da Bluthochdruck einer der wichtigsten Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit ist.

Die Behandlung von Fettleibigkeit, einer der bedeutenden Krankheiten unserer Zeit, sowie die Senkung der Blutfettwerte, also des Cholesterins, verringern ebenfalls das Herzinfarktrisiko. Ein ebenso wichtiger Risikofaktor ist der bewegungsarme Lebensstil.

STENTS ALS EINE DER HÄUFIGSTEN METHODEN

Prof. Dr. Hasan Karabulut, Facharzt für Herz- und Gefäßchirurgie, erklärt, dass sich die heutigen medizinischen Techniken ständig weiterentwickeln und es viele verschiedene Behandlungsmethoden für Herzinfarkte gibt. Demnach kann bei einem Patienten, der einen Herzinfarkt erleidet, so schnell wie möglich eine Koronarangiographie durchgeführt und mittels Stent-Methode das verschlossene Gefäß, das den Infarkt verursacht hat, behandelt werden.

Die Stent-Methode stellt den Blutfluss durch einen kleinen, siebartigen Ring wieder her, der in die Herzkranzgefäße eingesetzt wird. Wenn der Patient unter einer Mehrgefäßerkrankung leidet, wird an dem verschlossenen, den Herzinfarkt verursachenden Gefäß eine Ballon-Dilatation durchgeführt, um einen vorübergehenden Blutfluss zu gewährleisten.

Der Patient wird notfallmäßig einer koronaren Bypass-Operation zugeführt.