Liegt das Geheimnis von Autoimmunerkrankungen im X-Chromosom?

Wissenschaftler haben entdeckt, dass die RNA namens „Xist“, die das X-Chromosom unterdrückt, der Grund dafür sein könnte, warum Autoimmunerkrankungen bei Frauen häufiger auftreten. In einer Studie an Mäusen wurde beobachtet, dass auch männliche Mäuse, die Xist synthetisieren, anfälliger für Autoimmunerkrankungen sind.

AA

Wissenschaftler haben entdeckt, dass der Grund dafür, warum das Immunsystem Autoimmunerkrankungen auslöst und diese bei Frauen häufiger vorkommen, in der Unterdrückung des X-Chromosoms durch eine RNA namens „Xist“ liegen könnte.

Wie die The New York Times berichtet, untersuchten Wissenschaftler in einer multinationalen Studie die genetischen Ursachen und erforschten die genetischen Grundlagen von Autoimmunerkrankungen.

Die Forscher erklärten, dass bei Frauen, die zwei X-Geschlechtschromosomen besitzen – welche die Informationen für die Produktion vieler Proteine im Körper tragen –, die Information auf einem der beiden X-Chromosomen durch einen RNA-Strang namens „Xist“ unterdrückt wird.

Die Forscher stellten zudem fest, dass viele Proteine, die bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielen, dazu beitragen, dass „Xist“ diese Funktionen unterdrückt. Sie untersuchten die Funktionsweise dieses Proteins im Labor.

Die Wissenschaftler berichteten, dass männliche Mäuse, deren genetische Struktur so verändert wurde, dass sie Xist synthetisierten, im Vergleich zu weiblichen Mäusen häufiger an Autoimmunerkrankungen litten.

Um die aus den Mäusen gewonnenen Daten auf den Menschen zu übertragen, untersuchten die Forscher neben einer Kontrollgruppe von 17 Personen auch Blutproben von über 100 Spendern mit Dermatomyositis, systemischer Sklerose und Lupus. Dabei stellten sie fest, dass Personen mit Lupus und anderen Autoimmunerkrankungen erhöhte Xist-assoziierte Antikörperspiegel aufwiesen.

Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht.