Neue Impfstoffansätze in der Krebsforschung machen Hoffnung
Der Facharzt für Medizinische Onkologie, Doz. Dr. Ferhat Ferhatoğlu, erklärte: „Die im Bereich Krebs entwickelten neuen Impfstoffansätze bieten ein erhebliches Potenzial, die Krankheit zu verhindern, bevor sie überhaupt entsteht. Dieser Ansatz wird insbesondere für Hochrisikopatienten als bemerkenswerte Entwicklung bewertet. Die neuen Impfstoffansätze machen Hoffnung.“
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Der Facharzt für Medizinische Onkologie an den Yeditepe-Universitätskliniken, Doz. Dr. Ferhat Ferhatoğlu, erklärte, dass einer der wichtigsten Gründe für die erschwerte Behandlung von Krebs in fortgeschrittenen Stadien die genetische Instabilität der Tumorzellen sei. „Dies führt dazu, dass Krebszellen im Laufe der Zeit unterschiedliche Eigenschaften annehmen. Wir können diesen Prozess mit der biologischen Evolution vergleichen. So wie Mutationen zur Entstehung neuer Arten führen, ist auch Krebs ein dynamischer Prozess, der sich ähnlich verzweigt weiterentwickelt“, so Ferhatoğlu.
Doz. Dr. Ferhatoğlu führte weiter aus: „Krebsimpfstoffe haben sich in den letzten Jahren als eines der bemerkenswertesten Felder der Immuntherapie herauskristallisiert. Diese Impfstoffe werden im Allgemeinen in zwei Kategorien unterteilt: präventive Impfstoffe gegen Viren wie HPV und HBV sowie therapeutische Impfstoffe, die direkt auf Krebszellen abzielen. Therapeutische Impfstoffe zielen darauf ab, das Immunsystem zu aktivieren, um Krebszellen zu eliminieren. Ein neuer Ansatz in diesem Bereich bietet jedoch einen tieferen Einblick in die Natur des Krebses und sorgt für Aufmerksamkeit.“
‘KREBSZELLEN KÖNNEN RESISTENZEN GEGENÜBER BEHANDLUNGEN ENTWICKELN’
Doz. Dr. Ferhatoğlu wies darauf hin, dass diese genetischen Unterschiede zwischen Tumorzellen die Fähigkeit mit sich bringen, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen und Resistenzen gegen Behandlungen zu entwickeln. Er betonte, dass Methoden wie Chemotherapie, Strahlentherapie und Chirurgie in einigen Fällen nicht ausreichen könnten, um den Krebs vollständig zu beseitigen. Doz. Dr. Ferhatoğlu sagte: „Zellen, die die Behandlung überleben, können sich mit der Zeit vermehren und resistenter werden. Daher besteht Bedarf an neuen, zielgerichteteren Behandlungsstrategien.“
‘ZIEL: DIE WURZEL DES KREBSES AUSROTTEN’
Der neu entwickelte Ansatz basiere darauf, die Mutationen ins Visier zu nehmen, die die Wurzel des Krebses bilden, so Doz. Dr. Ferhatoğlu. Diese Mutationen könnten wie der Stamm eines Baumes betrachtet werden. „Wenn wir diese Wurzelmutationen identifizieren können, könnte es möglich sein, das Immunsystem gegen diese Ziele zu stimulieren und den Krebs zu verhindern, bevor er entsteht“, sagte Doz. Dr. Ferhatoğlu und fügte hinzu, dass dieser Ansatz insbesondere bei Personen mit hohem Risiko für Lungenkrebs ein erhebliches Potenzial berge.
‘TRACERX-STUDIE HAT EINE NEUE TÜR GEÖFFNET’
Doz. Dr. Ferhatoğlu erklärte, dass die 2014 gestartete TRACERx-Studie gezeigt habe, dass sich Krebs wie ein ‚Evolutionsbaum‘ entwickelt und dass es Wurzelmutationen gibt, die allen Tumorzellen gemeinsam sind. Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für LungVax, den ersten Lungenkrebsimpfstoff, der für Hochrisikopersonen entwickelt wurde.
‘ZIEL IST DIE VERHINDERUNG VON REZIDIVEN’
Die in Oxford durchgeführte LungVax-Studie ziele darauf ab, das Wiederauftreten von Krebs bei Patienten zu verhindern, die insbesondere aufgrund von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Frühstadium operiert wurden, so Doz. Dr. Ferhatoğlu. „Mit diesem Impfstoff soll eine starke Immunantwort erzeugt werden, indem auf Neoantigene abgezielt wird, die in den Tumoren gemeinsam vorkommen. Auf diese Weise können Krebszellen eliminiert werden, bevor sie klinisch in Erscheinung treten“, sagte er.
‘TECHNOLOGIE ÄHNLICH WIE BEI COVID-19-IMPFSTOFFEN’
Der entwickelte Ansatz basiere auf einem Mechanismus, der den während der COVID-19-Pandemie verwendeten mRNA-Impfstoffen ähnelt, erklärte Doz. Dr. Ferhatoğlu. Das Immunsystem werde durch die Neoantigene stimuliert, die es als Ziel identifizieren soll. In der ersten Phase werde die Sicherheit und Wirksamkeit in einer Gruppe von 40 Patienten bewertet; der Start der Studie sei für den Sommer 2026 geplant.
‘NEUE ÄRA IN DER KREBSBEHANDLUNG: PRÄZISIONSVORSORGE’
Doz. Dr. Ferhatoğlu betonte, dass dieser Ansatz ein wichtiges Beispiel für die Strategie der ‚Precision Prevention‘ (Präzisionsvorsorge) sei und sagte: „Diese Methode öffnet die Tür zu einer neuen Ära, die nicht nur auf Behandlung, sondern auf die Verhinderung von Krebs abzielt, bevor er entsteht.“