Schrumpft unser Gehirn nach dem 50. Lebensjahr?

Was passiert mit unserem Gehirn, wenn wir die 50 und 60 erreichen? Welche kleinen Fehler sind normal und welche deuten auf etwas Ernstes hin?

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Egal wie alt Sie sind: Wenn Sie beim Sprechen ein Wort nicht finden oder einen wichtigen Punkt auf Ihrer To-do-Liste vergessen, können Sie sich vielleicht nicht davon abhalten, zu sagen: „Ich werde wohl alt.“ Wahrscheinlich haben Sie recht! Untersuchungen zeigen, dass das Gehirn ab dem 40. Lebensjahr alle 10 Jahre um etwa 5 Prozent schrumpft.


Was passiert also mit unserem Gehirn, wenn wir die 50 und 60 erreichen? Welche kleinen Fehler sind normal und welche deuten auf etwas Ernstes hin?

VERÄNDERUNGEN IN DEN 50ERN

Laut einem Bericht der Huffpost erklärt Dr. Dylan Wint, Neurologe und Neuropsychiater an der Cleveland Clinic, das Schrumpfen des Gehirns wie folgt: „Die Großhirnrinde, die äußere Schicht des Gehirns, wird dünner, die Myelinscheide, die die Nervenfasern umgibt, kann sich zu zersetzen beginnen und die Rezeptoren feuern möglicherweise nicht mehr so schnell.“

Dennoch sind die meisten Menschen in ihren 50ern geistig immer noch äußerst fit. Dennoch könnten sie beginnen, einige Veränderungen ihrer kognitiven Funktionen zu bemerken. Wint sagt: „In den 50ern können kognitive Funktionen wie das sofortige Abrufen von Namen und Zahlen bei Bedarf, die Verarbeitungsgeschwindigkeit, schnelles Aufgabenwechseln und räumliche Fähigkeiten abnehmen. Und dieser Trend setzt sich in den kommenden Jahrzehnten tendenziell fort.“

In dieser Zeit könnten Sie auch eine Abnahme der Fähigkeit bemerken, die als „mentales Tagebuch“ bezeichnet wird und ‚Meta-Tags‘ wie das Datum eines vergangenen Meetings enthält.

Aber lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Laut Wint gibt es auch eine gute Seite des Alterns: „Andere Aspekte der Kognition wie moralisches Urteilsvermögen, Weisheit und emotionale Regulierung entwickeln sich in dieser Zeit oft weiter.“

WANN SOLLTE MAN SICH SORGEN MACHEN?

Experten sind sich einig, dass ein gewisser kognitiver Abbau mit zunehmendem Alter normal ist. Doch wann ist Vergesslichkeit ein Zeichen für etwas Ernsteres?

Kognitiver Abbau wird besorgniserregend, wenn er beginnt, die tägliche Funktionsfähigkeit zu beeinträchtigen. Wint sagt: „Das ist niemals ein normaler Zustand und wird als Demenz bezeichnet.“ Wenn Sie also Vergesslichkeit, Kommunikationsprobleme oder andere Symptome haben, die Sie beunruhigen, sollten Sie unbedingt einen Neurologen konsultieren.

Obwohl man gegen das natürliche Schrumpfen des Gehirns durch das Altern nicht viel tun kann, betonen Experten, dass der Lebensstil einen Unterschied für die Gehirngesundheit machen kann.

Da beispielsweise viele medizinische Erkrankungen stark mit einem Rückgang der Gehirnfunktion verbunden sind, ist die Erhaltung der körperlichen Gesundheit wichtig für die Erhaltung der Gehirngesundheit.

Maßnahmen wie das Halten des Idealgewichts, die Minimierung von Salz und Zucker, aktiv bleiben, soziale Kontakte pflegen, positiv bleiben, der Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel, Alkohol und Zigaretten, guter Schlaf und eine gute Ernährung unterstützen ebenfalls die Gehirngesundheit.

Letztendlich wird unser Gehirn altern, ob wir wollen oder nicht. Dennoch hat Ihr Lebensstil Einfluss auf die Geschwindigkeit, mit der Ihre Gehirngesundheit abnimmt, und darauf, ob sich im weiteren Verlauf eine Demenz entwickelt.