Social-Media-Ästhetik verändert Erwartungen: Experten warnen vor „Filtern“

Der Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, Op. Dr. Çetin Duygu, erklärte, dass gefilterte Bilder nicht die reale Anatomie widerspiegeln und ästhetische Entscheidungen daher auf ärztlicher Beurteilung basieren sollten.

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Foto-Filter, KI-gestützte Bearbeitungen und digitale Effekte, die auf Social-Media-Plattformen weit verbreitet sind, verändern die Wahrnehmung von Schönheit und beeinflussen zunehmend die Erwartungen an die ästhetische Chirurgie. Der Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie und Vorsitzende des Verbandes der Arztpraxen, Op. Dr. Çetin Duygu, betonte, dass diese Situation die Kommunikation zwischen Patient und Arzt noch wichtiger mache.

Laut Duygu ist die ästhetische Chirurgie kein Prozess, bei dem die in den sozialen Medien gezeigten „perfekten“ Bilder eins zu eins umgesetzt werden können; es handelt sich vielmehr um einen medizinischen Bereich, der unter Berücksichtigung der Anatomie, der Hautbeschaffenheit, des Alters, des Gesundheitszustands und der Erwartungen des Einzelnen geplant wird.

Experten betonen, dass ästhetische Entscheidungen auf medizinischer Beurteilung statt auf Social-Media-Trends basieren sollten.

Heutzutage nehmen einige unserer Patienten Gesichtsformen oder digital verfeinerte Körperproportionen, die mit Filtern in den sozialen Medien erstellt wurden, als Referenz. Diese Bilder spiegeln jedoch nicht die tatsächlichen anatomischen Grenzen wider. Das Ziel der ästhetischen Chirurgie ist es nicht, einen Filter-Look zu kreieren, sondern ein natürliches und gesundes Gleichgewicht zu schaffen, das zur Gesichts- und Körperstruktur der Person passt.

— Op. Dr. Çetin Duygu

Duygu erklärte, dass der Einfluss der sozialen Medien besonders in jüngeren Altersgruppen stark spürbar sei und die ästhetischen Erwartungen zunehmend in eine „perfektionistische“ Richtung abdriften könnten. Er betonte, dass soziale Medien zwar das Interesse an ästhetischer Chirurgie steigern, aber gleichzeitig die Erwartung an „schnelle Ergebnisse“ und ein „makelloses Aussehen“ befeuern.

Duygu wies darauf hin, dass es irreführend sei, ästhetische Eingriffe als eine Art sofortige Veränderung wahrzunehmen, und merkte an, dass diese Eingriffe Planung, einen Heilungsprozess und eine medizinische Bewertung erfordern. Er erklärte, dass dieser Prozess in den sozialen Medien oft unsichtbar bleibe, was dazu führen könne, dass Patienten mit unrealistischen Erwartungen in die Klinik kommen.

BETONUNG DER NATÜRLICHKEIT

Duygu stellte fest, dass in den letzten Jahren in der ästhetischen Chirurgie eher natürlich wirkende Ergebnisse als übertriebene und auffällige Veränderungen in den Vordergrund gerückt seien. Patienten würden Ergebnisse verlangen, die den Gesichtsausdruck bewahren, die Identität nicht verändern und ausgewogener seien.

Patienten fordern heute natürlichere Ergebnisse, die den Gesichtsausdruck nicht verlieren und die eigene Identität bewahren. Dies ist eine sehr positive Entwicklung für die Fortschritte der ästhetischen Chirurgie. Eine erfolgreiche Operation ist ein Ergebnis, bei dem man nicht sofort sieht, dass ein ästhetischer Eingriff vorgenommen wurde, bei dem sich die Person aber besser fühlt.

— Op. Dr. Çetin Duygu

Duygu betonte, dass ästhetische Chirurgie kein „Kopierprozess“ sei und ein Ergebnis, das bei einer Person natürlich und erfolgreich aussehe, nicht auf die gleiche Weise bei einer anderen Person angewendet werden könne. Er erinnerte daran, dass die Gesichts- und Körperanatomie bei jedem Patienten anders sei und der Entscheidungsprozess daher durch eine fachärztliche Beratung geführt werden müsse.

Op. Dr. Çetin Duygu wies darauf hin, dass Social-Media-Filter die ästhetischen Erwartungen täuschen können.

Duygu erklärte, dass das Ziel der ästhetischen Chirurgie nicht darin bestehe, eine Person in jemand anderen zu verwandeln, sondern die bestehende Struktur so präzise und ausgewogen wie möglich zu gestalten. Experten betonen, dass gefilterte Bilder im Zeitalter der sozialen Medien keine realistischen Erwartungen schaffen und ästhetische Entscheidungen daher bewusst und auf Basis medizinischer Beurteilungen getroffen werden sollten.