Untersuchung gegen zwei große Kosmetikmarken
Sephora und Benefit Cosmetics stehen aufgrund ihrer Kosmetikwerbung für Kinder und Jugendliche unter der Untersuchung der italienischen Wettbewerbsbehörde. Experten warnen, dass diese Marketingpraktiken bei jungen Altersgruppen zu einer besorgniserregenden Fixierung auf Hautpflege führen könnten.
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In Italien haben die Regulierungsbehörden eine offizielle Untersuchung gegen die weltbekannten Kosmetikmarken Sephora und Benefit Cosmetics eingeleitet, da diese Marketingaktivitäten gezielt auf Kinder und Jugendliche ausrichten. Die beiden Marken für Luxusprodukte operieren unter dem Dach des französischen LVMH-Konzerns.
Die Behörden wiesen darauf hin, dass die Unternehmen über soziale Medien Produkte wie Gesichtsmasken, Seren und Anti-Aging-Cremes bewerben, die zunehmend auch Kinder unter 10 Jahren erreichen. Es wird befürchtet, dass diese Praktiken dazu führen könnten, dass sich Kinder bereits in einem frühen Alter unnötig auf Hautpflege konzentrieren und eine sogenannte „Cosmeticorexia“, eine Hautpflege-Obsession, gefördert wird.
In Zusammenarbeit mit der italienischen Finanzpolizei und der Wettbewerbsbehörde wurden in den Büros von Sephora Italia sowie verschiedenen LVMH-Standorten Untersuchungen durchgeführt, um die Details der Marketingstrategien der Unternehmen zu prüfen.
Ein Trend, der in sozialen Medien unter dem Namen „Sephora Kids“ bekannt wurde, ermutigt Kinder vor der Pubertät dazu, sich für teure Kosmetikprodukte zu interessieren. Hautpflegeroutinen, die von jungen Content-Creatorn auf Plattformen wie TikTok und Instagram geteilt werden, verstärken die Wirkung dieses Trends.
Es wird behauptet, dass die Unternehmen durch den Einsatz von Mikro-Influencern im jungen Alter gezielt Produkte an Kinder vermarkten. Dabei fällt auf, dass diese Methoden über klassische Werbung hinausgehen und als „hinterlistig“ eingestuft werden.
Auf der anderen Seite verteidigte sich Artemis Patrick, CEO von Sephora Nordamerika, in einer Erklärung im Jahr 2024 mit den Worten: „Wir zielen nicht auf Kinder ab“, und betonte, dass die Marke von diesem Trend direkt Abstand nehme.
In dermatologischen Kreisen wird hingegen unterstrichen, dass Kinder noch keine Kosmetikprodukte benötigen und dass frühkindliche, auf Schönheit fokussierte Gewohnheiten psychisch schädlich sein können. Experten weisen darauf hin, dass die empfindliche Haut junger Menschen durch den Kontakt mit unnötigen Chemikalien ein erhöhtes Risiko für Reizungen und Sensibilisierungen aufweist.