Warnung vom Orthopäden für Menschen mit Hüftschmerzen
Hüftschmerzen sind Beschwerden, die aus verschiedenen Gründen entstehen können, in der Bevölkerung sehr häufig vorkommen und in jeder Altersgruppe auftreten. Bei diesen Beschwerden lassen sich oft mit entzündungshemmenden Medikamenten gute Ergebnisse erzielen.
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Der Facharzt für Orthopädie und Traumatologie am Medical Point Gaziantep Krankenhaus, Doç. Dr. Ali Murat Kalender, erklärte, dass es für Patienten, die sich mit Hüftschmerzen vorstellen, wichtig sei, bei Auftreten der Schmerzen unverzüglich eine orthopädische Klinik aufzusuchen, um die Behandlungsergebnisse nicht zu gefährden.
Bei Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren wird die sogenannte Perthes-Krankheit, die mit einer Durchblutungsstörung des Oberschenkelkopfes einhergeht und Hüftschmerzen sowie Hinken verursacht, je nach Stadium und Ausprägung mit Ruhe und entzündungshemmenden Medikamenten behandelt; je nach Verlauf kann auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
In der Stellungnahme erläuterte Ali Murat Kalender, dass die Ursache für Hüftschmerzen im Kindesalter häufig eine Synovitis, also eine Entzündung der Gelenkinnenhaut, nach einer überstandenen Infektion sei.
Kalender wies darauf hin, dass bei Kindern im Alter von 12 bis 15 Jahren ein Abrutschen des Oberschenkelkopfes (Epiphysiolysis capitis femoris), insbesondere bei übergewichtigen Kindern, zu Schmerzen und Hinken führe: 'Bei dieser Erkrankung sind Diagnose und Behandlung äußerst wichtig. Eine Verzögerung der Diagnose und damit der Behandlung kann zu dauerhaftem Hinken führen. Die am häufigsten übersehene Diagnose in der Orthopädie ist das Abrutschen des Oberschenkelkopfes. Wenn der Patient nicht zum Orthopäden kommt, kann er sein Leben lang mit einem bleibenden Hinken weiterleben müssen', sagte er.
Kalender berichtete, dass im Alter von 15 bis 45 Jahren auch Gelenkinfektionen und rheumatologische Erkrankungen Hüftschmerzen verursachen können, während ab 45 Jahren eine Arthrose im Hüftgelenk infolge des Abbaus des Gelenkknorpels Schmerzen auslöse.
Kalender wies darauf hin, dass in fortgeschrittenen Stadien der Arthrose eine chirurgische Behandlung erforderlich sei, und äußerte sich wie folgt:
'Der Patient hat Schwierigkeiten, seine eigenen Schuhe oder Socken anzuziehen oder sich die Nägel zu schneiden. Die Ergebnisse der chirurgischen Behandlung können eine Erfolgsquote von 96 Prozent aufweisen. Es wird eine Totalendoprothese der Hüfte eingesetzt, die im Volksmund als Hüftprothese bekannt ist. Bereits am ersten Tag nach der Operation kann der Patient aufstehen und gehen. Nach dem Eingriff verbessern sich die Bewegungsabläufe des Hüftgelenks erheblich. In jedem Alter können infolge von Traumata Brüche am Hüftgelenk beobachtet werden.
Insbesondere nach Verkehrsunfällen oder Stürzen aus großer Höhe ist das Risiko für Brüche hoch. Bei gelenkbeteiligten Brüchen steht die chirurgische Behandlung im Vordergrund. Im hohen Alter können infolge einfacher Stürze oder aufgrund einer durch Osteoporose stark geschwächten Knochenqualität spontane Brüche auftreten. Dies ist die am häufigsten beobachtete Ursache für Hüftschmerzen. Eine unverzügliche Versorgung mit einer Hüftprothese ist für das Überleben des Patienten wichtig.'
"BEI VERZÖGERTEN FÄLLEN WIRD EINE OPERATION ERFORDERLICH"
Kalender erklärte, dass eine weitere Ursache für Hüftschmerzen eine Infektion des Hüftgelenks sei, und betonte, dass bei frühzeitiger Diagnose eine medikamentöse Behandlung möglich sei.
Kalender wies darauf hin, dass in verzögerten Fällen eine Operation notwendig werde, und äußerte sich wie folgt:
'Hüftluxationen im Kindesalter, die sogenannte Hüftdysplasie, führen in jungen Jahren lediglich zu Hinken und spätem Laufenlernen. Ab dem 40. Lebensjahr führen sie zu Degeneration und Schmerzen im Hüftgelenk. In diesem Fall kann durch den Einsatz einer Hüftprothese sichergestellt werden, dass der Patient wieder beschwerdefrei gehen kann. Tumoren in den Knochen rund um die Hüfte sind zwar selten, können aber Schmerzen verursachen. Nach einer gründlichen Untersuchung und Bildgebung wird eine dem Tumorcharakter entsprechende chirurgische Behandlung durchgeführt.'
Kalender betonte, dass Hüftschmerzen unbedingt von einem Orthopäden beurteilt werden müssten, um eine rechtzeitige Diagnose zu stellen und die geeignete Behandlungsoption festzulegen.
Er fügte hinzu, dass bei verzögerten Fällen dauerhafte Behinderungen auftreten könnten. Zudem warnte er davor, dass Embolien als Komplikation nach Hüftfrakturen auftreten könnten; dieses Risiko steige, wenn der Patient lange bewegungsunfähig bleibe oder die Operation verzögert werde, weshalb eine Behandlung ohne Zeitverlust erfolgen müsse.
Kalender bekräftigte, dass es für Patienten, die sich mit Hüftschmerzen vorstellen, wichtig sei, bei Auftreten der Schmerzen unverzüglich eine orthopädische Klinik aufzusuchen, um die Behandlungsergebnisse nicht zu gefährden.