Warnung vor tödlichem Bakterium sorgt für Panik in Cerrahpaşa
In Wasserproben aus verschiedenen Abteilungen der Medizinischen Fakultät Cerrahpaşa wurde ein Bakterium nachgewiesen, das schwere Lungeninfektionen verursachen kann.
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Im Prof. Dr. Murat Dilmener Krankenhaus der Medizinischen Fakultät Cerrahpaşa wurde in Wasserproben aus verschiedenen Abteilungen das Bakterium „Legionella pneumophila“ nachgewiesen, das schwere Lungeninfektionen (Legionärskrankheit) und sogar Todesfälle verursachen kann.
Laut einem Bericht von Mesude Erşan für Diken ist die Legionärskrankheit (Lungenentzündung) eine seltene, aber ernsthafte Erkrankung. Sie wird durch das Einatmen von Wassernebel übertragen, der aus Klimaanlagen, Whirlpools oder Belüftungssystemen stammt, in denen sich das Bakterium vermehrt hat. Das Bakterium findet sich häufig in öffentlichen Einrichtungen wie Hotels, Krankenhäusern, Kasernen oder Bürogebäuden.
Es wurde gefordert, dass Patienten, die länger als 48 bis 72 Stunden im Krankenhaus liegen und Symptome einer Lungenentzündung aufweisen, auch auf Legionellen untersucht werden. Neben den Patienten seien auch die im Krankenhaus tätigen Ärzte, das medizinische Personal und andere Mitarbeiter gefährdet.
WARNUNG WAR BEREITS ERFOLGT
Die erste Warnung bezüglich des Bakteriums wurde am 16. Mai schriftlich von der Vorsitzenden des Infektionskontrollkomitees, Prof. Dr. Neşe Saltoğlu, herausgegeben. Dem Schreiben zufolge war bis zu diesem Zeitpunkt keine durch Legionella pneumophila verursachte Erkrankung im Krankenhaus festgestellt worden. Ziel war es jedoch, das Bewusstsein zu schärfen und eine effektivere Diagnostik zu entwickeln.
Mit dem Schreiben, das an alle Abteilungen ging, wurde zudem die Bereitstellung von Legionella-Tests für das Krankenhaus gefordert.
Die zweite Warnung erfolgte am 5. Juli unter dem Titel „Dringend“ durch den stellvertretenden Chefarzt Dr. Yılmaz Keskindemirci. Auch diese Warnung wurde wie die erste an alle Abteilungen versandt.
In beiden Warnungen wurde zudem dazu aufgerufen, bei Patienten mit Fieber über 39,4 Grad Celsius, einem Puls über 100, Durchfall oder neurologischen sowie weiteren aufgeführten Symptomen weiterführende Untersuchungen durchzuführen. In dem vom Chefarzt unterzeichneten Schreiben wurde erneut betont, dass Legionella-Tests beschafft werden müssen.
Trotz des Zeitraums von fast zwei Monaten seit der ersten Warnung und des fortbestehenden Risikos scheint es, als seien die Tests immer noch nicht beschafft worden.