Was deutet auf starkes Schwitzen selbst im Winter hin?

Schwitzen ist ein physiologischer Vorgang, der dazu dient, die Körpertemperatur konstant zu halten. Wenn wir jedoch ohne ersichtlichen Grund im Ruhezustand schwitzen, leiden wir unter „übermäßigem Schwitzen“, also Hyperhidrose.

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Das Schwitzen, das über das für die Wärmeregulierung des Körpers notwendige Maß hinausgeht und in der Medizin als Hyperhidrose bezeichnet wird, ist ein bedeutendes Problem, das Betroffene im sozialen und beruflichen Leben stark einschränken kann.

Der Facharzt für Thoraxchirurgie Prof. Dr. Erdal Okur erklärt, dass dieses Problem heutzutage mit vorübergehenden und dauerhaften Methoden gelöst werden kann: „Bei der Behandlung von übermäßigem Schwitzen an Händen und unter den Achseln wird angestrebt, die sympathischen Nerven zu blockieren, die diese Bereiche versorgen.

Auf diese Weise wird die übermäßige Stimulation der Schweißdrüsen beseitigt, wodurch das Schwitzen an Händen und unter den Achseln aufhört. Zudem kann durch chirurgische Eingriffe eine dauerhafte Lösung erzielt werden“, sagt er.

KANN AUF EINE KRANKHEIT HINDEUTEN

Übermäßiges Schwitzen kann am ganzen Körper oder lokal auftreten. Wenn es sich um ein allgemeines übermäßiges Schwitzen handelt, liegt die Ursache meist in einer Stoffwechsel- oder Hormonerkrankung oder in der Einnahme bestimmter Medikamente.

Hinter regionalem übermäßigem Schwitzen an den Händen (Handflächen), unter den Achseln, im Gesicht und an den Fußsohlen steckt hingegen meist kein spezifischer Auslöser. 

Prof. Okur warnt jedoch, dass weit verbreitetes Schwitzen am ganzen Körper ein Anzeichen für viele verschiedene Krankheiten sein kann – von Infektionskrankheiten bis hin zu Schilddrüsenüberfunktion, Herzerkrankungen oder Lungenproblemen. Daher sollte zunächst ein Arzt aufgesucht werden, um die zugrunde liegende Ursache zu bestimmen.

CHIRURGISCHE METHODE BIETET DAUERHAFTE LÖSUNG

Der Facharzt für Thoraxchirurgie erklärt, dass die chirurgische Methode eine wirksame und dauerhafte Behandlung bei übermäßigem Schwitzen an Händen und unter den Achseln darstellt, und gibt folgende Informationen:

„Dieser Eingriff, der als endoskopische thorakale Sympathektomie (ETS) bezeichnet wird und unter Vollnarkose erfolgt, wird über kleine, 1 cm große Schnitte unter beiden Achseln durchgeführt.

Mit einem Video-Endoskop wird in den Brustraum eingedrungen, um die sogenannten sympathischen Ganglien – die Nerven, die für die Stimulation der Schweißdrüsen an Armen und Achseln verantwortlich sind – zu durchtrennen oder durch das Anbringen von Clips zu blockieren. Während und nach diesem Eingriff, der für beide Seiten insgesamt weniger als eine Stunde dauert, verspürt der Patient keine Schmerzen und leidet nicht unter Problemen wie Schwäche oder Taubheitsgefühlen.“ 

OPERATION IST EINE WIRKSAME METHODE

Die durchtrennten oder blockierten Nerven sind ausschließlich für das Schwitzen und die Wärmeregulierung an den Achseln und Händen zuständig. Prof. Okur betont, dass es nach der Operation zu einer dauerhaften Trocknung und Erwärmung der Hände kommt und das Schwitzen unter den Achseln aufhört: „Der Patient kann seine Hände und Arme nach der Operation sofort wie gewünscht benutzen und nach nur einem Tag Krankenhausaufenthalt direkt in seinen Beruf und sein normales Leben zurückkehren“, sagt er.