Zu jeder Bitte ‚Ja‘ zu sagen, kann zu Burnout führen: Experte warnt vor dem Setzen gesunder Grenzen
Die klinische Psychologin Jülide Unutmaz erklärte, dass ständiges Streben nach Bestätigung und die Unfähigkeit, ‚Nein‘ zu sagen, zu Angstzuständen, aufgestauter Wut und Burnout führen können.
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Auf die Bitten anderer positiv zu reagieren und zu versuchen, sein Umfeld zufriedenzustellen, kann als natürlicher Teil zwischenmenschlicher Beziehungen angesehen werden. Wenn eine Person jedoch entgegen ihrem eigenen Willen nicht „Nein“ sagen kann und ihre eigenen Bedürfnisse ständig zurückstellt, um akzeptiert zu werden, kann dies mit der Zeit zu einem Verhaltensmuster werden, das die psychische Belastung erhöht.
Die klinische Psychologin Jülide Unutmaz vom Anadolu Sağlık Merkezi Hastanesi erklärte, dass dieser Zustand als „People Pleasing“ bezeichnet wird, und wies darauf hin, dass es der betroffenen Person schwerfallen könne, ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen.
Laut Unutmaz gehören die Angst vor Ablehnung, der Wunsch, Konflikten aus dem Weg zu gehen, Schuldgefühle und das Bedürfnis nach Bestätigung zu den Hauptgründen, die es erschweren, „Nein“ zu sagen. Diesem Verhalten können Erfahrungen mit bedingter Zuneigung, übermäßig kritische elterliche Erziehung und das Gefühl, sich anpassen zu müssen, um akzeptiert zu werden, zugrunde liegen.
Unutmaz betonte, dass das ständige Streben nach Bestätigung den Selbstwert einer Person von externer Anerkennung abhängig machen kann, und wies darauf hin, dass langfristig Burnout, Angstzustände, aufgestaute Wut, emotionale Erschöpfung und depressive Symptome auftreten können.
‚NEIN‘ ZU SAGEN IST KEIN EGOISMUS
Unutmaz erklärte, dass man zunächst die eigenen Bedürfnisse erkennen müsse, um gesunde Grenzen setzen zu können, und fügte hinzu, dass das Üben des „Nein“-Sagens in kleinen, alltäglichen Situationen diese Fähigkeit verbessern könne.
Unutmaz äußerte: „Nein zu sagen ist kein Egoismus, sondern eines der grundlegenden Elemente gesunder Beziehungen.“ Sie betonte, dass das Setzen von Grenzen nicht bedeute, die andere Person abzulehnen oder sich von der Beziehung zu distanzieren, und merkte an, dass man seine Bedürfnisse auch klar ausdrücken könne, ohne verletzend zu sein.
Anstatt auf jede Bitte positiv zu reagieren, Entscheidungen im Einklang mit der eigenen Zeit, Energie und den Umständen zu treffen, könne sowohl die psychische Verfassung stärken als auch den gegenseitigen Respekt in Beziehungen fördern, so Unutmaz. Klare Grenzen könnten dabei helfen, ausgewogenere Beziehungen aufzubauen.