Wer sagte was zu den Abgängen? Das sorgt im Regierungslager für Unruhe
Die Veränderungen in den Ministerien für Inneres und Justiz haben in den Kulissen der AKP für großes Aufsehen gesorgt. Insbesondere die Ernennungen von Akın Gürlek und Mustafa Çiftçi haben innerhalb der Partei Fragen aufgeworfen. Nach den Entwicklungen im Zuge der neuen Ernennungen kursieren in den Kulissen verschiedene Behauptungen.
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Die seit langem erwartete Kabinettsumbildung durch Präsident Erdoğan hat in den politischen Kulissen für große Bewegung gesorgt. Entgegen den Erwartungen wurde die Tatsache, dass nur Änderungen in den Ministerien für Inneres und Justiz vorgenommen wurden, innerhalb der Partei als „notwendiger Schritt“ bewertet. Nach den Ernennungen begannen in den AKP-Kulissen unterschiedliche Interpretationen über die Gründe und möglichen Folgen dieser Veränderungen die Runde zu machen.
In den AKP-Kulissen wurde die Ernennung des Istanbuler Generalstaatsanwalts Akın Gürlek zum Justizminister zwar nicht als Überraschung empfunden, es hieß jedoch, dass einige parteiinterne Akteure mit dieser Wahl nicht zufrieden seien.
Nach Informationen, die die Nefes-Autorin Nuray Babacan aus den Kulissen weitergibt, rief Präsident Erdoğan die beiden Minister vor den Amtswechseln telefonisch an, bedankte sich und sagte: „Wir werden Sie an einer geeigneten Stelle einsetzen.“
Die Veränderung im Justizministerium wird auf mehrere Gründe zurückgeführt. Es wird geäußert, dass Akın Gürleks direkter Draht zu Präsident Erdoğan und der Informationsaustausch während des Prozesses um die Operation gegen die Stadtverwaltung von Istanbul bei dieser Ernennung eine Rolle gespielt haben.
Yılmaz Tunç wird vorgeworfen, in der Leitung des Ministeriums passiv geblieben zu sein und bei der Unterrichtung des Präsidenten Schwächen gezeigt zu haben. Babacan weist darauf hin, dass mit dem Amtsantritt von Gürlek eine schwierige Phase für die politische Atmosphäre in Ankara beginnt. Spannungen, die im türkischen Parlament auftreten könnten, die Notwendigkeit, sich ständig Fragen stellen zu müssen, und die Pflicht, in einer sichtbareren Position zu agieren, werden für Gürlek wichtige Themen sein.
In Parteikreisen wurde zudem spekuliert, dass Gürlek ein dreigliedriges System aufbauen könnte, indem er den Vorsitz des Hohen Rates der Richter und Staatsanwälte (HSK), die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft und das Justizministerium zu einer starken Struktur vereint. Es ist jedoch noch unklar, inwieweit der Präsident und die Parteiführung in diese Struktur eingreifen werden und wie deren Grenzen gezogen werden.
DIE ÜBERRASCHENDE ERNENNUNG IM INNENMINISTERIUM: MUSTAFA ÇİFTÇİ
Der Wechsel im Innenministerium wurde als größere Überraschung gewertet. Die Ernennung des Gouverneurs von Erzurum, Mustafa Çiftçi, anstelle von Ali Yerlikaya sorgte in den AKP-Kulissen für Erstaunen.
Während behauptet wird, dass Yerlikaya Probleme mit den aus der Politik kommenden stellvertretenden Ministern hatte und eine unabhängige Haltung einnahm, wird gemunkelt, dass der ehemalige Parlamentspräsident İsmail Kahraman bei der Ernennung von Çiftçi eine einflussreiche Rolle spielte. Es wird darauf hingewiesen, dass Çiftçi in der Vergangenheit als Büroleiter von Kahraman tätig war und die enge Beziehung zwischen ihnen einer der Faktoren hinter der Ernennung sei.
KULISSEN-BEWEGUNG NACH YERLIKAYA
Ob der als Nachfolger von Yerlikaya ernannte Mustafa Çiftçi ausreichen wird, um eine starke Führung im Innenministerium zu gewährleisten, wird in einigen Kreisen innerhalb der Partei hinterfragt. Es wird eingeschätzt, dass kulissenpolitische Aktivitäten wichtig sein werden, damit der neu ernannte Innenminister Çiftçi in seinem neuen Amt effektiver agieren kann.
Darüber hinaus wird darüber gesprochen, dass einige stellvertretende Minister, die angeblich Probleme mit Yerlikaya hatten, bereits mit kulissenpolitischen Aktivitäten begonnen haben, um in der neuen Ära eine aktivere Rolle zu spielen. Es heißt, dass mögliche Änderungen bei den stellvertretenden Ministern in der kommenden Zeit Hinweise auf das neue Führungsverständnis geben werden.