Aussagen der Opfer im Kartalkaya-Prozess erschütternd
Im Prozess um den Hotelbrand in Bolu, bei dem 78 Menschen ums Leben kamen, sind die Aussagen der Opfer erschütternd. Die Verhandlung dauert am 7. Tag an.
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Bei dem Brand, der sich am 21. Januar im Grand Kartal Hotel im Skizentrum Kartalkaya ereignete, kamen 78 Menschen ums Leben, 133 weitere wurden verletzt. In den nach dem Vorfall eingeleiteten Ermittlungen wird gegen 32 Angeklagte, darunter die Hoteleigentümer und Manager, wegen 'Tötung mit bedingtem Vorsatz' und 'vorsätzlicher Körperverletzung mit bedingtem Vorsatz' eine Freiheitsstrafe von jeweils bis zu 1998 Jahren gefordert.
Die erste Verhandlung des Prozesses begann am 7. Juli; die Sporthalle des Bolu-Gymnasiums für Sozialwissenschaften wurde hierfür in einen Gerichtssaal umgewandelt. Während in den ersten Tagen die Verteidigung der Angeklagten gehört wurde, standen am 7. Tag die Aussagen der Opfer im Mittelpunkt.
Die Mutter Ezgi Çilingir Bağcı, die ihren Sohn, den Gymnasiasten Eren Bağcı, bei dem Brand verlor, sagte: "Ich bin stolz darauf, dass wir es geschafft haben, inmitten von Menschen, die auf so schlechte Weise Geld verdienen und menschliche sowie moralische Werte missachten, anständig zu bleiben. Wir haben ein Unternehmen für Brandmeldesysteme, und den Berichten zufolge haben die Feuersirenen in 30 bis 40 Jahren kein einziges Mal funktioniert."
Der Vater Eray Bağcı äußerte scharfe Kritik an den Angeklagten und erklärte: "Eren war ein Kind, das all das besaß, was keiner der hier sitzenden Kreaturen jemals hatte. Ihr seid nicht nur Mörder, ihr seid Vaterlandsverräter."
Vahap Ozan Kotan, der seinen Sohn Ömür Kotan verlor und als Psychiater tätig ist, sagte: "Die letzten Szenen, an die ich jeden Abend vor dem Einschlafen denke, sind die Momente, in denen Ömür und Eren versuchten, Menschen aus dem Rauch zu retten. Wie sehr haben die 36 Kinder gelitten, wie viele Minuten hat es gedauert? Ich kann nur einschlafen, indem ich über diese Szenen nachdenke."
Während die Verhandlung mit den schmerzhaften Aussagen der Opfer fortgesetzt wird, wartet die Öffentlichkeit gespannt auf den Ausgang des Prozesses.