Begründung des Urteils gegen Demirtaş und Yüksekdağ im Kobani-Prozess nach 13 Monaten veröffentlicht

Das 22. Schwurgericht Ankara hat 13 Monate nach der Urteilsverkündung im Kobani-Prozess die Begründungen für die gegen die ehemaligen HDP-Co-Vorsitzenden Selahattin Demirtaş und Figen Yüksekdağ sowie 36 weitere Angeklagte ergangenen Urteile veröffentlicht.

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Genau 13 Monate nach der Rechtskraft des Urteils im Prozess zu den Kobani-Ereignissen hat das 22. Schwurgericht Ankara seine 32.630 Seiten umfassende schriftliche Urteilsbegründung veröffentlicht. In dem am 16. Mai letzten Jahres abgeschlossenen Verfahren wurden 12 der Angeklagten freigesprochen, während Selahattin Demirtaş zu 42 Jahren und Figen Yüksekdağ zu 30 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt wurden. Weitere Angeklagte erhielten ebenfalls Freiheitsstrafen unterschiedlicher Dauer. Zudem wurden die Verfahren gegen 72 flüchtige Angeklagte abgetrennt.

In der Urteilsbegründung wird festgehalten, dass die Verurteilten nicht direkt für die Gewalttaten verantwortlich gemacht wurden, die sich während der sozialen Unruhen vom 6. bis 8. Oktober 2014 ereigneten. In der ganzheitlichen Prüfung des Falls wurde jedoch dargelegt, dass die Angeklagten, die an der HDP-Zentralkomitee-Sitzung am 6. Oktober 2014 teilnahmen und gemäß der nach dieser Sitzung getroffenen Entscheidung die Bevölkerung zu illegalen Aktionen und Demonstrationen aufriefen, nach dem türkischen Strafgesetzbuch wegen „Anstiftung zur Begehung von Straftaten“ sowie „Beihilfe zur Störung der Einheit des Staates und der Integrität des Landes“ verurteilt wurden.

Das Gericht betonte, dass die Verurteilungen der Angeklagten aufgrund dieser Erwägungen erfolgten und in den Details der Entscheidung die Elemente der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung berücksichtigt wurden. Damit wurden die schriftlichen Begründungen des Justizverfahrens, das nach den Kobani-Ereignissen eingeleitet wurde und von der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt wurde, nun ebenfalls öffentlich zugänglich gemacht.