Bis zu 3 Jahre Haft für Tuba Ulu gefordert

Der Prozess gegen die Komikerin Tuba Ulu, die wegen Äußerungen in ihrer Stand-up-Show angeklagt ist, findet am 6. Juli in Istanbul statt.

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Die Komikerin Tuba Ulu muss sich morgen vor Gericht verantworten, nachdem ein Verfahren wegen eines Witzes über den osmanischen Sultan Süleyman den Prächtigen in ihrer Stand-up-Show eingeleitet wurde. Ulu drohen bis zu 3 Jahre Haft wegen des Vorwurfs der „Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit“.

Der Prozess wird am Montag, den 6. Juli, um 11.00 Uhr vor dem 13. Strafgericht erster Instanz in Istanbul verhandelt. In der gegen Ulu erstellten Anklageschrift wird ihre Bestrafung aufgrund der Äußerungen auf der Bühne gefordert.

Das Verfahren nahm seinen Lauf, nachdem ein Ausschnitt aus Ulus Show in den sozialen Medien verbreitet worden war. Im Rahmen der von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft eingeleiteten Ermittlungen wurde Ulu wegen des Vorwurfs der „Beleidigung historischer nationaler und geistiger Werte“ festgenommen und später unter gerichtlicher Aufsicht wieder freigelassen.

Nach ihrer Freilassung erklärte Ulu über ihren Social-Media-Account, dass ihre Worte möglicherweise die Grenzen überschritten hätten, und entschuldigte sich.

UNTERSTÜTZUNGSERKLÄRUNG DER SCHAUSPIELERGEWERKSCHAFT

Die Schauspielergewerkschaft (Oyuncular Sendikası) reagierte auf die strafrechtliche Verfolgung von Ulu aufgrund eines Witzes auf der Bühne. In der Erklärung der Gewerkschaft hieß es: „Humor kann nicht vor Gericht gestellt werden, Meinungsfreiheit ist kein Verbrechen.“

Kunst- und Meinungsfreiheit werden erneut zum Gegenstand der Justiz. Dabei sind Kunst, Kritik, Humor und Meinungsfreiheit unverzichtbare Bestandteile einer demokratischen Gesellschaft.


Die Gewerkschaft betonte, dass Solidarität eine der stärksten Möglichkeiten sei, die Meinungsfreiheit zu verteidigen, und kündigte an, an der Seite von Tuba Ulu zu stehen.

Ulus Äußerungen über Süleyman den Prächtigen und Hürrem Sultan in ihrer Show im April hatten in den sozialen Medien für Diskussionen gesorgt und waren zum Gegenstand der Ermittlungen geworden.