Gericht ordnet zwangsweise Vorführung der Mutter im Fall Leyla Aydemir an
Im Prozess um die vierjährige Leyla Aydemir, die in Ağrı 18 Tage nach ihrem Verschwinden tot aufgefunden wurde, hat das Gericht die zwangsweise Vorführung der Mutter, Şükran Aydemir, zur Zeugenaussage angeordnet. Die Untersuchungshaft gegen den inhaftierten Onkel, Yusuf Aydemir, wurde fortgesetzt.
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Im Fall der kleinen Leyla Aydemir, die 2018 während des Ramadan-Festes in Ağrı verschwand und deren lebloser Körper später gefunden wurde, gibt es neue Entwicklungen. Nach der Aufhebung des Urteils durch den Kassationshof (Yargıtay) wurde das Verfahren vor dem 1. Schwurgericht von Ağrı neu aufgenommen.
Der einzige inhaftierte Angeklagte, der Onkel Yusuf Aydemir, nahm per Videoschalte (SEGBİS) aus dem Gefängnis an dieser kritischen Verhandlung teil. Die anderen nicht inhaftierten Angeklagten sowie der Vater, Nihat Aydemir, waren im Gerichtssaal anwesend. Die Mutter, Şükran Aydemir, erschien jedoch nicht zur Verhandlung.
Yusuf Aydemir nutzte sein Recht auf Verteidigung und behauptete, nichts mit den Vorfällen zu tun zu haben und unschuldig zu sein. Auch die anderen Angeklagten wiesen die Vorwürfe zurück und beantragten beim Gericht ihren Freispruch.
Ein wichtiger Punkt im Prozessverlauf war die Zeugenaussage von Ahmet Erdoğan, einem Mitarbeiter der Katastrophenschutzbehörde AFAD, dessen Name in einer Sprachaufnahme im Zusammenhang mit der Aussage „Das Mädchen war in der Speisekammer“ gefallen war. Erdoğan bestritt die Vorwürfe und erklärte, dass er nicht die Person in der besagten Sprachaufnahme sei und am Tag des Vorfalls nicht im Dienst gewesen sei.
Das Gericht entschied, die Untersuchungshaft von Yusuf Aydemir fortzusetzen, da weiterhin ein dringender Tatverdacht bestehe und Fluchtgefahr gegeben sei.
Die bemerkenswerteste Entscheidung betraf die Mutter, Şükran Aydemir. Das Gericht betonte, dass ihre Aussage den weiteren Verlauf des Verfahrens maßgeblich beeinflussen könnte, und ordnete an, dass Şükran Aydemir zur nächsten Verhandlung zwangsweise durch die Sicherheitskräfte vorgeführt werden soll. Zudem wurde bekannt, dass die Mutter ihren bisherigen Rechtsbeistand, den Anwalt Erdoğan Tunç, entlassen hat.