Kompetenzkrise bei der Diyanet-Stiftung in Gaziantep

Der Vorwurf, dass der Provinzmufti von Gaziantep, Hüseyin Hazırlar, die Generalversammlung der Diyanet-Stiftung Gaziantep ohne entsprechende Befugnis einberufen habe, sorgt für Aufsehen. Das Kuratorium reagierte darauf mit einer offiziellen Abmahnung per Notar. Dass Hazırlar kurz darauf zum stellvertretenden Präsidenten des Präsidiums für Religionsangelegenheiten (Diyanet) ernannt wurde, sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit.

12punto

Bei der Diyanet-Stiftung in Gaziantep hat der Vorwurf, dass der Provinzmufti Hüseyin Hazırlar unter Verstoß gegen die Stiftungssatzung am 30. September 2025 eine nicht genehmigte Generalversammlung einberufen habe, für großes Aufsehen in Stiftungs- und Fachkreisen gesorgt.

Diese Versammlung, die ohne das Wissen des Kuratoriums stattfand, hat ein juristisches Verfahren ausgelöst. Über den 5. Notar von Gaziantep wurde eine Abmahnung verschickt, in der die Annullierung der getroffenen Beschlüsse gefordert wird.

Gemäß der offiziellen Satzung der 1973 gegründeten Stiftung liegt die Befugnis zur Einberufung der Generalversammlung ausschließlich beim Kuratorium. Es wird jedoch behauptet, dass Provinzmufti Hazırlar diese Befugnis eigenmächtig an sich gezogen, die Generalversammlung einberufen und das gesamte Kuratorium ausgetauscht habe. Dies hat unter den Stiftungsmitgliedern für große Unruhe gesorgt.

WIDERSTAND GEGEN RECHTSWIDRIGKEIT WÄCHST

Die Ernennung von Mufti Hazırlar zum stellvertretenden Präsidenten des Präsidiums für Religionsangelegenheiten am 3. Oktober, unmittelbar nach diesem umstrittenen Schritt, hat die Kritik weiter verschärft.

Uğur Kalkan, ehemaliges Ratsmitglied der Gemeinde Şahinbey, erklärte dazu: „Er hat die Generalversammlung ohne Befugnis einberufen und diesen rechtswidrigen Akt mit einer einzigen Unterschrift vollzogen. Das Kuratorium hat sich dagegen gewehrt und eine notarielle Abmahnung erwirkt. Diese Beschlüsse müssen annulliert werden, und ich fordere die zuständigen Behörden zum Handeln auf.“

Kalkan bezeichnete das Eingreifen des Muftis als unverständlich und fügte hinzu: „Wenn ein Mufti so etwas tut, möchte ich mir gar nicht ausmalen, was andere tun könnten.“ Das Kuratorium setzt seinen Kampf fort, um die getroffenen Entscheidungen auf dem Rechtsweg annullieren zu lassen.