Neue Entwicklung im Fall Gülistan Doku: Haftbefehl gegen stellvertretenden Gendarmeriekommandeur und seine Ehefrau
Im Fall der 2020 in Tunceli verschwundenen Gülistan Doku gab es eine bemerkenswerte Entwicklung. Im Rahmen der Ermittlungen wurden der damalige stellvertretende Provinzgendarmeriekommandeur Ali Kahraman und seine Ehefrau Burçin Hızlı Kahraman festgenommen.
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In den Ermittlungen zum Verschwinden von Gülistan Doku am 5. Januar 2020 sind neue Details zum Tag des Vorfalls ans Licht gekommen. Den Beweisen in der Ermittlungsakte zufolge passierte das von dem Ehepaar Kahraman genutzte Fahrzeug am 5. Januar um 12.27 Uhr die Umgebung der Sarısaltuk-Brücke, an der Doku vermutlich verschwand. Aufzeichnungen belegen zudem, dass Burçin Hızlı Kahraman zur gleichen Zeit ein Telefonat mit Handan Sonel, der Ehefrau des damaligen Gouverneurs von Tunceli, Tuncay Sonel, führte.
Die Staatsanwaltschaft stellte den Verdächtigen Fragen zu diesem Sachverhalt, da die Zeiten der Fahrzeugdurchfahrt und des Telefonats zusammenfielen. Ali Kahraman und seine Ehefrau Burçin Hızlı Kahraman behaupteten in ihren Aussagen, Gülistan Doku nie gesehen und nicht in ihr Fahrzeug mitgenommen zu haben. Das Paar beteuerte, in keiner Weise in den Vorfall verwickelt zu sein.
NACHRICHTENVERKEHR UND SCHOCKIERENDE VORWÜRFE IN DEN ERMITTLUNGEN
Ein weiterer auffälliger Punkt in der Akte sind die Nachrichten, die einen Tag vor dem Verschwinden von Gülistan Doku ausgetauscht wurden. Den Vorwürfen zufolge sandte Ali Kahraman am 4. Januar 2020 eine Excel-Datei mit „Informationen zu Funkmasten und Lebensbereichen“ an den damaligen Gouverneur Tuncay Sonel. Der Staatsanwalt befragte Kahraman nach dem Grund und Zweck dieses Datenaustauschs. Kahraman erklärte, er habe die Informationen nicht selbst erstellt, sondern Sonel habe diese Daten dringend benötigt. Kahraman gab an, dass er sich zu jener Zeit in Tunceli aufgehalten habe, obwohl er eigentlich in Gaziantep stationiert war, und dass er die Mastdaten von dem zuständigen Gendarmeriepersonal angefordert habe.
Kahraman, der für gemischte Einheiten und Sicherheitswächter zuständig war, wurde zudem gefragt, ob Gouverneur Sonel ihm spezielle Anweisungen bezüglich des Falls Gülistan Doku gegeben habe. Kahraman erklärte, er habe keine solche Anweisung erhalten und keine rechtswidrigen Befehle an die Wächter weitergegeben.
Darüber hinaus äußerte er sich zum Einfluss von Gouverneur Sonel auf die Wächter wie folgt: „Ich denke, dass Tuncay Sonel die Wächter dominieren und manipulieren konnte. Denn er hatte einen solchen Charakter; er war geschickt darin, jeden zu überzeugen, zu manipulieren und die Wahrnehmung zu steuern.“
Die ermittelnde Generalstaatsanwaltschaft erklärte, es bestehe der Verdacht, dass Ali Kahraman am Tag des Vorfalls Gülistan Doku mit seinem Dienstfahrzeug an der Sarısaltuk-Viadukt aufgenommen und sie anschließend an andere Personen übergeben habe. Die Staatsanwaltschaft erinnerte Kahraman daran, dass er von den Bestimmungen zur tätigen Reue profitieren könne, wenn er sein Wissen preisgebe. Kahraman wies jedoch alle Anschuldigungen zurück und sagte: „Ich bin mit meiner Familie und meinen Töchtern für einen Urlaub nach Tunceli gekommen und am Mittag des 5. Januar mit der Pertek-Fähre nach Gaziantep zurückgekehrt. Ich habe in dieser Gegend niemanden gesehen, niemanden in mein Fahrzeug mitgenommen und an keinerlei Organisation teilgenommen.“