Offener Brief von Ece Güner nach Verhaftung im Ahbap-Ermittlungsverfahren: 'Ich bin unschuldig, ich bin ein Opfer'

Die im Rahmen des Ermittlungsverfahrens gegen den Verein Ahbap verhaftete Anwältin Ece Güner beteuert in einem aus dem Gefängnis geschriebenen Brief ihre Unschuld und bezeichnet sich als Opfer.

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Die im Rahmen des Ermittlungsverfahrens gegen den Verein Ahbap verhaftete Anwältin Ece Güner hat einen offenen Brief aus dem Gefängnis an die Öffentlichkeit gerichtet. In ihrem Schreiben beteuert Güner ihre Unschuld gegenüber den gegen sie erhobenen Vorwürfen und kündigt an, dem Gericht eine detaillierte Einspruchsschrift samt Belegen vorzulegen.

Güner schreibt in ihrem Brief: „Ich bin unschuldig, ich bin ein Opfer. Dass ich unschuldig bin, weiß Gott, weiß ich selbst, und viele andere Menschen wissen es ebenfalls und sagen es auch. Alle Dokumente schreien förmlich nach meiner Unschuld und meinem Status als Opfer.“

In ihrer Bewertung der Ermittlungsakte erklärt Güner, dass sich „nach dem verständlichen Chaos der ersten Tage der Staub nun gelegt habe“ und die Aussagen ihre eigene Darstellung stützten. Güner betonte, sie habe außer der Tatsache, „wie Zehntausende andere auch, Spenderin zu sein“, keinerlei Verbindung zu Ahbap.

Güner behauptet in ihrem Brief weiter, sie habe Haluk Levent lediglich auf dessen Bitte hin ein persönliches Darlehen gewährt und diese Forderung im Laufe des Prozesses größtenteils und unter Verlusten eingetrieben. „Mehr ist an der Sache nicht dran“, so Güner, die hinzufügte, dass die Gewährung eines Darlehens nicht als Straftat gewertet werden könne.

„Wenn es eine Straftat wäre, einer Person Geld zu leihen und dieses obendrein zinslos zurückzuerhalten, dann müssten Zehntausende Bürger im Gefängnis sitzen“, so Güner, die darauf hinwies, dass es einen solchen Straftatbestand im türkischen Strafgesetzbuch nicht gebe.

Güner, die sich selbst als Opfer des gesamten Prozesses sieht, schloss ihren Brief mit den Worten: „Ich glaube von ganzem Herzen weiterhin an das Recht, die Gerechtigkeit und das Gewissen der Menschheit, und ich bete für Recht, Gerechtigkeit und Gewissen.“