Reaktion von 15 Anwaltskammern auf das Nichtigkeit-Urteil
Die Anwaltskammern von Adıyaman, Ağrı, Batman, Bingöl, Bitlis, Diyarbakır, Dersim, Hakkari, Iğdır, Kars, Muş, Siirt, Şanlıurfa, Şırnak und Van haben eine gemeinsame Erklärung gegen das Urteil zur absoluten Nichtigkeit im Zusammenhang mit dem 38. Ordentlichen Parteitag der CHP veröffentlicht. In der Erklärung wurde betont, dass die Befugnis hierfür ausschließlich bei den Wahlbehörden liege und das Urteil nicht rechtskonform sei.
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Gegen das vom Berufungsgericht gefällte Urteil zur „absoluten Nichtigkeit“ in Bezug auf den 38. Ordentlichen Parteitag der Republikanischen Volkspartei (CHP) haben 15 Anwaltskammern aus der Region mit einer gemeinsamen Erklärung protestiert. In der von den Kammern veröffentlichten Stellungnahme wurde darauf hingewiesen, dass jeder Eingriff in die Aktivitäten von Parteien, die als Grundpfeiler der Politik gelten, das Risiko birgt, dem Rechtsstaat und der demokratischen Ordnung zu schaden.
Die Anwaltskammern äußerten in der Erklärung folgende Ansichten:
"Es ist offensichtlich, dass das gegen die Republikanische Volkspartei ergangene Urteil zur absoluten Nichtigkeit Diskussionen hinsichtlich des Wahlrechts und der Prinzipien der demokratischen Repräsentation nach sich zieht. Politische Parteien sind unverzichtbare Bestandteile der demokratischen Gesellschaftsordnung. Daher ist es zwingend erforderlich, dass jeder Eingriff in politische Aktivitäten den universellen Rechtsgrundsätzen sowie dem in der Verfassung verankerten Verhältnismäßigkeitsprinzip entspricht.
Gemäß der Verfassung und dem Gesetz über politische Parteien liegt die Befugnis, über die Rechtmäßigkeit des Parteitags einer politischen Partei zu entscheiden, bei den Wahlbehörden und dem Hohen Wahlausschuss (YSK). Das fragliche Urteil ist daher auch in dieser Hinsicht eindeutig rechtswidrig.
Neben der Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Justizorgane ist es von großer Bedeutung, dass gerichtliche Prozesse im Gewissen der Gesellschaft Legitimität erzeugen. Praktiken, die dazu führen könnten, dass das Recht zu einem Instrument des politischen Wettbewerbs wird, bergen das Risiko, den sozialen Frieden, das Vertrauen in die Demokratie und den Rechtsstaat zu beschädigen.
Als regionale Anwaltskammern erklären wir der Öffentlichkeit respektvoll, dass wir uns weiterhin unter allen Umständen für den Schutz des Prinzips des demokratischen Rechtsstaates sowie der Grundrechte und Freiheiten einsetzen werden."
In der Erklärung wurde zudem auf die Auswirkungen von Entscheidungen über politische Parteien und gesellschaftliche Repräsentationsmechanismen auf das Gerechtigkeitsempfinden der Gesellschaft hingewiesen und die Bedeutung der richterlichen Unabhängigkeit erneut unterstrichen.
Die Anwaltskammern der Region erklärten, dass sie den Prozess weiter verfolgen und sich weiterhin öffentlich gegen Praktiken stellen werden, die demokratischen Prinzipien schaden.