ROK wurde zum Kronzeugen: Neue Welle bei Medienermittlungen erwartet
Fatih Altaylı behauptet, dass die Aussagen von Rasim Ozan Kütahyalı in dem Fall, in dem Cem Küçük und Tahir Sarıkaya verhaftet wurden, eine entscheidende Rolle gespielt haben.
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Es wird behauptet, dass Rasim Ozan Kütahyalı, der im Mai im Rahmen von Ermittlungen wegen „illegaler Wetten, Geldwäsche, Bestechung und qualifizierten Betrugs“ verhaftet wurde, im Zuge der Untersuchungen, die auch einige regierungsnahe Medienvertreter betreffen, als Kronzeuge ausgesagt hat.
Der Journalist Fatih Altaylı behauptete, dass die von Kütahyalı bereitgestellten Informationen in der Akte von Cem Küçük und Tahir Sarıkaya, die in der vergangenen Woche nach ihrer Festnahme inhaftiert wurden, eine maßgebliche Rolle gespielt hätten. Altaylı schrieb, dass die Ermittlungen nicht auf die derzeitigen Namen beschränkt bleiben könnten und dass neue Operationen im Mediensektor bevorstehen könnten.
Kütahyalı gehörte zu den 161 Verdächtigen, die am 14. Mai bei einer koordinierten Operation in 21 Provinzen festgenommen wurden. Die in die Akte aufgenommenen Finanztransaktionen und die erhobenen Vorwürfe hatten damals für große öffentliche Diskussionen gesorgt.
In seinem Artikel zu diesem Thema erklärte Altaylı, dass Kütahyalı, Küçük und Sarıkaya in der Vergangenheit im selben Umfeld agiert hätten, Kütahyalı jedoch später aus dieser Struktur ausgeschlossen worden sei. Der Artikel enthält zudem die Behauptung, dass Kütahyalı seinem engen Umfeld gegenüber bereits seit einiger Zeit offene Anschuldigungen gegen Cem Küçük, Tahir Sarıkaya und einen Chefredakteur geäußert habe.
ALTAYLI: DIE KETTE KÖNNTE SICH VERLÄNGERN
Altaylı schrieb unter Berufung auf Personen, die das Protokoll des Kronzeugen bei den Staatsanwälten gesehen haben wollen, dass es sich bei dem Kronzeugen „mit hoher Wahrscheinlichkeit um Rasim Ozan Kütahyalı“ handele. Die Personen, die mit Altaylı sprachen, deuteten an, dass Kütahyalı aus diesem Grund bald aus der Haft entlassen werden könnte.
In dem Text wird argumentiert, dass die Vorwürfe, die anfangs wie kleinere Interessenkonflikte erschienen, auch größere Geldtransfers umfassten. Laut einer von Altaylı zitierten Quelle, die mit den Ermittlungen vertraut ist, „gibt es eigentlich einen Eisberg. Die Beträge sind sehr, sehr groß. Es wurden Millionen transferiert. An einige Namen wurden regelmäßige Zahlungen geleistet.“
Altaylı schrieb, dass die Ermittlungen nicht nur auf den Geldfluss beschränkt seien; es werde behauptet, dass neben Vorwürfen von Drohungen, Erpressung, Machtmissbrauch und Beziehungsgeflechten auch andere Verbindungen untersucht würden. Während das Gerichtsverfahren zu diesen Vorwürfen andauert, gab es von offizieller Seite keine neue Stellungnahme.
Altaylıs Artikel enthält zudem die Behauptung, dass über Tahir Sarıkaya ein breiterer Kreis von Journalisten ins Visier genommen werde, der „gemeinsam agierende“ Kern jedoch vorerst enger gefasst sei. In diesem Zusammenhang wird behauptet, dass die Namen eines Chefredakteurs, einiger Sportkommentatoren und zweier Journalisten im Umfeld der Ermittlungen kursieren.
Es wird sich in der kommenden Zeit klären, auf welche Namen sich die Ermittlungen ausweiten werden und wie die Justizbehörden die Vorwürfe bewerten werden.