Seçil Erzan erneut vor Gericht
Der Prozess gegen Seçil Erzan, die wegen Betrugsvorwürfen zu einer Haftstrafe von über 102 Jahren verurteilt wurde, wird nach der Aufhebung des Urteils durch das Berufungsgericht erneut vor dem erstinstanzlichen Gericht verhandelt. Die erste Anhörung findet am 11. September statt.
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Im Betrugsfall, der in der Öffentlichkeit als "geheimer Fonds mit hoher Rendite" bekannt wurde, beginnt ein neues Kapitel im Prozess gegen Seçil Erzan. Das 41. Schwurgericht von Istanbul gab nach einer Prüfung infolge des Aufhebungsbeschlusses des Berufungsgerichts bekannt, dass die erste Anhörung am 11. September stattfinden wird. Das Gericht entschied zudem, dass Seçil Erzan weiterhin in Untersuchungshaft bleibt.
Das Berufungsgericht hatte am 17. April in seiner Entscheidung die gegen Seçil Erzan und einige weitere Angeklagte verhängten Haftstrafen aufgrund verfahrensrechtlicher Mängel aufgehoben und den Fall an das erstinstanzliche Gericht zurückverwiesen. Ein Teil des Dossiers wurde hingegen als rechtmäßig bestätigt. Zudem wurde bekannt, dass in dem neu aufzurollenden Verfahren die Handlungen gegenüber einigen Klägern als versöhnungsfähig eingestuft wurden und die entsprechenden Akten an das Versöhnungsbüro der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul weitergeleitet wurden. Mit dem Beginn des Verfahrens am 11. September werden die Abläufe und Vorwürfe in der Akte erneut unter die Lupe genommen.
HINTERGRUND DES FALLS
Den Vorwürfen zufolge soll Seçil Erzan unter dem Deckmantel eines "vertrauenswürdigen Fonds mit hoher Rendite" mehr als 30 Personen, darunter bekannte Fußballspieler, um Millionen Lira betrogen haben. Erzan hatte behauptet, dass auch bedeutende Persönlichkeiten wie Fatih Terim in dieses System involviert gewesen seien. In dem Verfahren, in dem auch Fußballgrößen wie Arda Turan, Fernando Muslera, Emre Belözoğlu und Selçuk İnan als Kläger auftraten, war Erzan zu einer Haftstrafe von 102 Jahren und 4 Monaten sowie einer Geldstrafe von 753.880 Lira verurteilt worden.
Die 22. Strafkammer des Regionalgerichts Istanbul prüfte die vom erstinstanzlichen Gericht wegen "qualifizierten Betrugs" und "Urkundenfälschung im privaten Bereich" verhängten Haftstrafen aufgrund von Verfahrensmängeln. In der Prüfung wurde betont, dass die Entscheidung bezüglich der zusammengelegten anderen Prozessakten nicht ausreichend detailliert war, was die gerichtliche Kontrolle erschwerte. Daraufhin wurde die Aufhebung einiger Urteile und eine erneute Verhandlung des Falls beschlossen.
Im neuen Gerichtsverfahren wird der Prozess für diejenigen fortgesetzt, die nicht unter das Versöhnungsverfahren fallen. Alle Augen werden bei der ersten Anhörung am 11. September auf die Verteidigung von Seçil Erzan und den anderen Verdächtigen gerichtet sein.