TBB richtet Social-Media-Überwachungsstelle für Anwälte ein
Die Türkische Anwaltskammer (TBB) gründet eine neue fünfköpfige Einheit, um die Aktivitäten von Anwälten auf digitalen Plattformen zu kontrollieren. Verstöße gegen das Werbeverbot in sozialen Medien werden genau unter die Lupe genommen und bei Regelverstößen Disziplinarverfahren eingeleitet.
12punto
Die Türkische Anwaltskammer (TBB) plant, das digitale Umfeld effektiver zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass Anwälte das Werbeverbot einhalten. Ein neu zu bildendes fünfköpfiges Team wird die Beiträge von Anwälten in sozialen Medien und im Internet genau verfolgen, um zu prüfen, ob Werbe- und Promotionsbeschränkungen verletzt werden.
Mit den jüngsten im Amtsblatt veröffentlichten Regelungen wurden wichtige Änderungen an der TBB-Werbeverordnung vorgenommen. Im Rahmen dieser Neuerungen wurden die Einschränkungen für Anwälte, sich in sozialen Medien in den Vordergrund zu drängen, verschärft. Die Einrichtung einer Überwachungsstelle, die für die Feststellung von Verstößen verantwortlich sein wird, wurde offiziell beschlossen.
Wer das Werbeverbot verletzt, wird künftig nicht nur in sozialen Medien, sondern in allen schriftlichen, visuellen und digitalen Medien überwacht. Diese fünfköpfige Überwachungsstelle wird vom Vorstand der Türkischen Anwaltskammer aus fachlich versierten Anwälten, die bisher keine Disziplinarstrafen erhalten haben, für eine Dauer von höchstens zwei Jahren ernannt. Die Einheit wird festgestellte Verstöße protokollieren und an die zuständigen Anwaltskammern weiterleiten, Daten zu laufenden Ermittlungen anfordern und die Verfahren der Kammern verfolgen können.
STRENGERE REGELUNGEN FÜR ANWÄLTE DURCH NEUE VORSCHRIFTEN
Mit der Neuregelung wurden für Anwälte zahlreiche neue Grenzen gesetzt, darunter das Verbot, laufende Fälle und Akten zu Werbezwecken hervorzuheben oder als Sprecher für Mandanten oder in Bezug auf laufende Verfahren aufzutreten. Anwälte, die juristische Inhalte produzieren oder Werbeaktivitäten über soziale Medien betreiben möchten, stehen künftig unter strenger Beobachtung.
Darüber hinaus wurden Einschränkungen für die Verknüpfung von luxuriösem Lebensstil, Einkommensangaben und aufmerksamkeitserregenden Beiträgen aus dem Privatleben mit der beruflichen Identität eingeführt. Anwälte sind verpflichtet, bei Beiträgen über ihr Privatleben Inhalte zu vermeiden, die nicht mit der Berufsehre vereinbar sind.
Zudem wurden neue Beschränkungen für Schlüsselwörter und SEO-Anwendungen sowie Weiterleitungscodes eingeführt, die genutzt werden, um auf Internetseiten in den Suchergebnissen weiter oben zu erscheinen.
Im Einklang mit den Aktualisierungen des Anwaltsgesetzes können gegen Regelverstöße Verwarnungen, Verweise und verschiedene Disziplinarmaßnahmen verhängt werden. Verhaltensweisen wie rechtswidrige Erklärungen, Missbrauch der Vorteile der eigenen Position, unsachgemäße Aufbewahrung von Prozessakten, die Teilnahme an Fernverhandlungen aus ungeeigneten Umgebungen oder das Erscheinen vor Gericht ohne Robe wurden ebenfalls in den Geltungsbereich der Disziplinarstrafen aufgenommen.
Es wird betont, dass der neue Überwachungsmechanismus einen wichtigen Schritt zur Regulierung der zunehmenden anwaltlichen Aktivitäten in digitalen Umgebungen und zur Wahrung der Berufsethik darstellt.