Umfassende Änderungen stehen auf der Agenda des 12. Justizpakets

Der Entwurf des neuen Justizpakets enthält zahlreiche Themen, von der Dauer der Unterhaltszahlungen über Strafen für jugendliche Straftäter bis hin zur Identitätsprüfung bei Social-Media-Konten und Regelungen für IBAN-Nutzungen.

12punto

Die Arbeiten am 12. Justizpaket, das vom Justizministerium vorbereitet und der AK-Partei-Fraktion im Parlament zur Prüfung vorgelegt wurde, dauern an. In der aktuellen Fassung des Pakets ist geplant, Änderungen an insgesamt 19 verschiedenen Gesetzen vorzunehmen und umfassende gesetzliche Neuregelungen in 59 Artikeln einzuführen. Die Details des Vorschlags werden abschließend durch Beratungen innerhalb der Fraktion geklärt.

Das Paket, das Änderungsvorschläge in sehr unterschiedlichen Bereichen vorsieht, insbesondere bei Straftaten gegen Kinder, wird von der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt.

NEUE STRAFRECHTLICHE REGELUNGEN FÜR JUGENDLICHE STRAFTÄTER

Der Entwurf sieht eine Verschärfung der bestehenden Strafen für straffällig gewordene Kinder vor. Das Gesetz, das es Kindern im Alter von 12 bis 15 Jahren ermöglicht, anstelle einer lebenslangen Haftstrafe derzeit bis zu 15 Jahre Haft zu erhalten, wird diese Grenze mit der neuen Regelung auf 18 Jahre anheben. Ebenso wird die Höchststrafe für die Altersgruppe der 15- bis 18-Jährigen von 24 auf 27 Jahre erhöht.

Nach Vorfällen wie dem jüngsten Schulangriff in Kahramanmaraş werden neue Maßnahmen gegen die unsachgemäße Aufbewahrung von Schusswaffen eingeführt, die anderen gehören. Demnach drohen Personen, die ihre Waffe entgegen der Sorgfaltspflicht aufbewahren, eine Freiheitsstrafe von 1 bis 3 Jahren, falls die Waffe in die Hände einer anderen Person gelangt und diese Fahrlässigkeit keine schwerere Straftat nach sich zieht. Sollte die Person, die in den Besitz der Waffe gelangt, ein Kind sein, verdoppelt sich dieses Strafmaß.

WEITERE REGELUNGEN AUF DER AGENDA

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft Social-Media-Konten. Für im Ausland ansässige Social-Media-Plattformen mit mehr als 1 Million täglichen Nutzern aus der Türkei wird eine Identitätsprüfung für türkische Nutzer verpflichtend. Zudem werden die grundlegenden Daten dieser Nutzer mit der Behörde für Informations- und Kommunikationstechnologien (BTK) geteilt.

Darüber hinaus wird ein neuer Artikel vorgeschlagen, um die Nutzung privater Bankkonten für Betrugszwecke zu verhindern. Demnach soll die Überlassung eines eigenen oder eines auf den Namen eines anderen eröffneten Bankkontos zur Erlangung unrechtmäßiger Vorteile durch Dritte künftig als eigenständiger Straftatbestand geregelt werden. Wird dies in Verbindung mit Betrug begangen, wird der Täter zusätzlich für das Betrugsdelikt zur Verantwortung gezogen.

In Bezug auf Unterhaltszahlungen wird die seit langem diskutierte unbefristete Unterhaltspflicht begrenzt. Im neuen Entwurf wird die Unterhaltsdauer auf mindestens fünf Jahre festgelegt, wobei sie der Hälfte der Zeit zwischen der Eheschließung und der Einreichung des Scheidungsantrags entspricht. Sollte der Unterhaltspflichtige jedoch durch eine rechtswidrige Handlung dazu führen, dass der Unterhaltsberechtigte arbeitsunfähig wird oder aufgrund seines Alters kein regelmäßiges Einkommen erzielen kann, erhalten die Gerichte das Ermessen, eine längere Unterhaltsdauer festzulegen.

  1. Es wird erwartet, dass der Entwurf des Justizpakets in den kommenden Tagen innerhalb der AK-Partei-Fraktion detailliert erörtert wird, bevor er auf die Tagesordnung des Parlaments gesetzt wird. Zu den behandelten Themen gehören Änderungen, die weite Teile der Gesellschaft betreffen, wie soziale Medien, Strafjustiz, Sicherheit bei Finanztransaktionen und Familienrecht.