Vertagung im Fall Ferdi Zeyrek
Im dritten Verhandlungstermin des Prozesses um den Tod von Bürgermeister Ferdi Zeyrek, der in Manisa durch einen Stromschlag in seinem Pool ums Leben kam, wurde eine erneute Vertagung beschlossen, um ein ergänzendes Sachverständigengutachten einzuholen.
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Bei der Verhandlung vor dem 5. Schwurgericht von Manisa waren die 10 Angeklagten, denen "fahrlässige Tötung und Körperverletzung" vorgeworfen wird, erneut nicht persönlich anwesend. Die Anwälte der Nebenkläger sowie Ferdi Zeyreks Ehefrau, Nurcan Zeyrek, nahmen an der Sitzung teil.
Die Verteidiger der Angeklagten plädierten auf Freispruch und argumentierten, dass ihre Mandanten keine Verantwortung trügen. Das Gericht beschloss, das Eintreffen eines noch ausstehenden, ergänzenden Sachverständigengutachtens der Dokuz-Eylül-Universität abzuwarten. Der Bericht soll technische Feststellungen zur elektrischen Ausstattung des Pools, zum Fehlerstromschutz sowie zur Bauaufsicht enthalten.
Zudem entschied das Gericht, die begründete Entscheidung der höheren Instanz bezüglich des Einspruchs gegen die erteilte Ermittlungsgenehmigung für die städtischen Bediensteten abzuwarten. Die nächste Verhandlung wurde auf den 1. Juli 2026 vertagt.
Nach der Sitzung erklärte Necibe Karaoğlanlar, eine der Anwältinnen der Nebenkläger, gegenüber der Presse, dass durch das ergänzende Gutachten die Verantwortlichkeit einiger Personen in unterschiedlichem Maße erneut zur Sprache kommen könnte. Karaoğlanlar sagte: "In der Sitzung am 1. Juli wird das neue Gutachten den Parteien vorgestellt, es könnte Einwände geben. Wir erwarten, dass in dieser Sitzung eine Entscheidung fällt."
Es wurde mitgeteilt, dass detaillierte technische Analysen zur Elektroinstallation, zu den Schutzsystemen und zur Bauaufsicht in dem dem Gericht vorzulegenden Gutachten eine wichtige Rolle spielen werden.
WAS WAR GESCHEHEN?
Der Bürgermeister der Stadtverwaltung Manisa, Ferdi Zeyrek, kam am 6. Juni 2024 ums Leben, als er einen Stromschlag erlitt, während er eine Störung im Maschinenraum des Pools seines Hauses im Bezirk Yunusemre in Manisa überprüfen wollte.
Nach dem Vorfall wurde die Anklage gegen insgesamt 10 Personen erhoben, darunter die für die Wartung des Pools verantwortliche Person, der Hausverwalter und der Sicherheitsmitarbeiter, denen vorgeworfen wird, den Stromausfall nicht gemeldet zu haben, sowie Personen, die für den Bau des Energieversorgungsraums des Pools entgegen den Standards und für die unsachgemäße Installation der elektrischen Anlagen verantwortlich gemacht werden.