Handgemenge nach Beleidigung des Polizeichefs

In Istanbul-Avcılar kursierten in den sozialen Medien Aufnahmen, auf denen der Bezirksleiter auf einen Geschäftsinhaber zuging und diesen schlug. Laut einer Erklärung der Polizei handelte es sich bei dem Geschäftsinhaber A.B.Ö. um einen ehemaligen Polizeibeamten, dessen Dienstverhältnis beendet wurde. Angeblich soll A.B.Ö. die Familie des Bezirksleiters mit vulgären Ausdrücken beleidigt haben, während dieser mit seinem Dienstwagen vorbeifuhr. Daraufhin verlor der Bezirksleiter die Beherrschung und ging auf A.B.Ö. zu. Nach dem Vorfall wurde der Polizeichef von Avcılar von seinem Posten enthoben.

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Müslim SARIYAR/12punto.com.tr

Die Aufnahmen des Vorfalls, der sich gestern Morgen in Avcılar ereignete, wurden von vielen Personen in den sozialen Medien geteilt. In den Videos ist zu sehen, wie der Bezirksleiter von Avcılar wütend einen Dönerladen betritt. Auf den Bildern ist zu erkennen, wie der Bezirksleiter dem Geschäftsinhaber auf die Schulter schlägt und ein Mitarbeiter versucht, dazwischenzugehen. Während die Zuschauer der Aufnahmen die Wut des Bezirksleiters nicht nachvollziehen konnten, gab es auch eine offizielle Stellungnahme der Polizei zu dem Vorfall.

VORWURF VULGÄRER BELEIDIGUNGEN

In der Erklärung hieß es: „Bezüglich des Vorfalls am 21.12.2023 zwischen dem ehemaligen Polizeibeamten A.B.Ö. und dem Polizeichef des Bezirks Avcılar wurden gerichtliche und administrative Verfahren eingeleitet. Erste Ermittlungen ergaben, dass der ehemalige Polizeibeamte die Familie des Polizeichefs beleidigte, als dieser nach einer Polizeirevierkontrolle in seinem Dienstwagen vorbeifuhr. Daraufhin stieg der Polizeichef aus seinem Fahrzeug, begab sich zum Geschäft, und es kam zu einem Handgemenge.“ Es wurde zudem mitgeteilt, dass die Öffentlichkeit nach Abschluss der gerichtlichen und administrativen Untersuchungen weiter informiert werde.

Unterdessen wurde bekannt, dass A.B.Ö., der sich als Opfer des Vorfalls darstellt und die Aufnahmen verbreitete, vor 12 Monaten von Iğdır nach Istanbul gekommen war. Angeblich unterhielt A.B.Ö. während seiner Dienstzeit in Avcılar auch geschäftliche Beziehungen. Es wird behauptet, dass A.B.Ö. mit dem Verkauf von Fahrzeugen handelte und einige dieser Fahrzeuge auf dem Parkplatz des Polizeireviers abstellte. Zudem wurde angegeben, dass A.B.Ö., der sich angeblich weigerte, zusätzliche Dienstaufgaben zu übernehmen, einen Dönerladen betrieb. Nachdem dies dem Bezirksleiter gemeldet wurde, wurde ein Bericht über ihn erstellt.

11 ERMITTLUNGSVERFAHREN

Im Zuge der auf den Bericht hin eingeleiteten Untersuchung wurde A.B.Ö. zurück nach Iğdır versetzt. A.B.Ö. kehrte jedoch an die Polizeischule in Istanbul zurück, mit der Begründung, sein Kind habe eine Behinderung. Da er jedoch unentschuldigt nicht an seinem Dienstort erschien, wurde er als „ausgeschieden“ (Müstafi) eingestuft. A.B.Ö., dessen Dienstverhältnis zur Polizei beendet wurde, machte angeblich den Bezirksleiter für die Geschehnisse verantwortlich. Es wurde bekannt, dass gegen A.B.Ö. innerhalb eines Jahres 11 Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden, davon 6 in Istanbul.

ERKLÄRUNG DES GOUVERNEURAMTS ISTANBUL

In einer Erklärung des Gouverneuramts Istanbul wurde die Abberufung des Polizeichefs mit folgenden Worten bekannt gegeben:

Die in den Medien verbreiteten Aufnahmen von Murat Özburun, dem Polizeichef von Avcılar, haben tiefe Bestürzung ausgelöst.

Aufgrund dieses Vorfalls, der ungeachtet der Gründe nicht akzeptabel ist, wurde Murat Özburun von seinem Posten als Polizeichef von Avcılar enthoben.

Die eingeleitete Untersuchung zu dem Vorfall dauert an; zudem wurde die Entsendung eines Inspektors zur Prüfung des Sachverhalts beantragt.