Vorwürfe über Nachrichtenverkehr in Ahbap-Ermittlung: Aussage des ehemaligen Anwalts in die Akten aufgenommen
In der Ermittlung gegen den Verein Ahbap wird behauptet, dass WhatsApp-Nachrichten und Aussagen zu den Schuldenverhältnissen von Haluk Levent in die Ermittlungsakten aufgenommen wurden.
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Im Rahmen der von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft geführten Ermittlungen gegen den Verein Ahbap sind neue Vorwürfe bezüglich der Schuldenverhältnisse des Künstlers Haluk Levent mit verschiedenen Personen aufgekommen. In den digitalen Materialien, die Berichten zufolge in die Akten eingeflossen sind, sollen WhatsApp-Nachrichten über den Geldverkehr zwischen Levent, seinem ehemaligen Anwalt Mehmet Söğüt und dem Galeristen Mehmet Ulu untersucht worden sein.
Den Behauptungen zufolge wurden die nach den Erdbeben vom 6. Februar über den Verein Ahbap gesammelten Spenden sowie die mit dem Verein in Verbindung stehenden Scheckgeschäfte unter die Lupe genommen. In den untersuchten Nachrichten wird behauptet, dass Levent von Personen aus seinem Umfeld hohe Geldbeträge geliehen habe, bei der Rückzahlung jedoch nicht auf die Forderungen der Betroffenen reagiert habe.
AUSSAGE DES EHEMALIGEN ANWALTS IN DEN AKTEN
Es wurde berichtet, dass Mehmet Söğüt, der etwa 20 Jahre lang als Anwalt von Haluk Levent tätig war, in seiner Aussage angab, auf Wunsch des Künstlers Geld unter dem Verwendungszweck „Schulden“ auf die Konten von dessen Assistentin Yeliz Kaya, seinem Fahrer Zafer Yay und einigen Mitarbeitern überwiesen zu haben. Söğüt habe erklärt, dass er Levent zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Zahlungen nicht habe erreichen können und dieser sich ihm entzogen habe.
Söğüt gab laut den Berichten an, er habe das Büro des Vereins Ahbap mehrmals aufgesucht, um seine Forderungen einzutreiben, habe das Büro jedoch verschlossen vorgefunden. Der in die Akten aufgenommene Darstellung zufolge behauptete Söğüt, Levent habe ihn hingehalten, indem er ihm ein Foto eines Schecks geschickt habe, auf dem die Assistentin Yeliz Kaya als Gläubigerin des Vereins Ahbap erschien, mit dem Kommentar: „Wenn dieser Scheck bezahlt wird, sind auch deine Schulden beglichen.“
Bei den digitalen Untersuchungen soll Söğüt ein Foto der Tür des Ahbap-Büros von Levent an Berkant Acil geschickt und dazu die Bemerkung „Das ist nur eine Frage von ein, zwei Schüssen, mein Freund“ gemacht haben. Im selben Nachrichtenverlauf sollen sich Äußerungen dazu finden, dass man viele Personen bezüglich der Schecks angeschrieben habe, jedoch keine Rückmeldungen von den Parteien erhalten habe.
In der Aussage von Söğüt, die in die Akten aufgenommen wurde, wird argumentiert, dass er selbst das eigentliche Opfer sei und der Prozess auf einem uneinbringlichen Schuldenverhältnis beruhe.
NACHRICHTEN DES GALERISTEN MEHMET ULU
Auch die Nachrichten des Galeristen Mehmet Ulu, einer weiteren in der Ermittlung genannten Person, an Haluk Levent sollen untersucht worden sein. In den Nachrichten von Ulu heißt es: „Mein Freund, du bringst mich in eine sehr schwierige Lage... Du hast meine Psyche ruiniert, Haluk mein Freund“, zudem soll Levent ihm Bilder von Schecks geschickt haben.
In einem weiteren Schriftverkehr soll Ulu geschrieben haben: „Guten Morgen mein Freund, wirst du die 100.000 Dollar dieses Freundes heute bezahlen... Mein Freund, bezahl doch endlich das Geld dieses Mannes.“ Den Untersuchungen zufolge bestanden zwischen den Parteien Schuldenverhältnisse in unterschiedlicher Höhe; dabei seien Schecks über 13 Millionen, 7,5 Millionen, 5 Millionen, 3 Millionen, 600.000 und 500.000 Lira zur Sprache gekommen.
In den Nachrichten, die Ulu an Levents Fahrer Cengiz Kara geschickt haben soll, wird berichtet, dass er seine Forderungen nicht eintreiben könne, Anrufe nicht beantwortet würden und er aufgrund der Schecks in eine schwierige Lage geraten sei. In seiner Aussage behauptete Ulu, Levent habe ihn mit fehlerhaften oder ungedeckten Schecks hingehalten.
Die Nachrichten und Aussagen, die angeblich in die Ermittlungsakte eingeflossen sind, zeigen, dass sowohl die Geldflüsse im Umfeld des Vereins Ahbap als auch persönliche Schuldenverhältnisse gemeinsam untersucht werden. Die Bewertung der offiziellen Stellen zu diesem Prozess sowie mögliche Verteidigungsstrategien der Beteiligten werden sich in den weiteren Phasen der Ermittlung klären.