Vorwürfe zur Handy-Untersuchung im Fall Gülistan Doku: „Die Tore zur Hölle werden sich öffnen“

Ali Çimen, der Anwalt der Familie Doku, behauptet, dass einige Daten auf dem Handy von Zeynel Abarakov gelöscht wurden und russischsprachige Nachrichten zunächst nicht übersetzt worden seien.

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Im Fall der Universitätsstudentin Gülistan Doku, die Jahre nach ihrem Verschwinden in Tunceli als Mordopfer gilt, sind neue Vorwürfe laut geworden. Ali Çimen, der Anwalt der Familie Doku, teilte in einer Erklärung auf seinem Social-Media-Account den chronologischen Ablauf der Untersuchung des Mobiltelefons von Zeynel Abarakov, der in der Akte als Verdächtiger geführt wird.

Çimen gab an, dass Abarakovs Telefon 58 Tage nach dem Verschwinden von Doku, am 27. Februar 2020, beschlagnahmt wurde. Nach Angaben des Anwalts wurde der von der Polizeidirektion Tunceli am 10. März 2020 erstellte Untersuchungsbericht trotz schriftlicher Anträge lange Zeit nicht an die Parteien übermittelt und erst am 17. Juni 2020 in das UYAP-System hochgeladen.


VORWÜRFE ZUR HANDY-UNTERSUCHUNG

Die Anwälte der Familie legten Einspruch gegen den ersten Untersuchungsbericht ein, mit der Begründung, er sei nicht ordnungsgemäß erstellt worden. Çimen behauptete, dass die russischsprachigen Korrespondenzen des Verdächtigen mit Personen namens „Mama“ und „aiada“ in der ersten Phase nicht übersetzt worden seien.

Nachdem die Akte zur weiteren Untersuchung an die Generaldirektion für Sicherheit gesandt worden war, erstellte die Polizeidirektion Tunceli am 27. April 2021 einen einseitigen Bericht, so Çimen. In diesem Bericht sei bezüglich der russischsprachigen Inhalte lediglich bewertet worden, dass es sich „nur um Bücher handele und keine strafrechtlich relevanten Elemente gefunden wurden“. Laut der Erklärung von Anwalt Çimen brachte eine neue Untersuchung durch das Nationale Kriminalbüro (UKB) im Jahr 2024 einige Details ans Licht, die zuvor nicht in den Berichten aufgetaucht waren. Çimen erklärte, dass bei dieser Untersuchung die Korrespondenzen auf dem Telefon des Verdächtigen neu bewertet wurden.

Der Prozess der Handy-Untersuchungen in der Akte wurde vom Anwalt der Familie Doku chronologisch dargelegt.

DIE NACHRICHT „DIE TORE ZUR HÖLLE WERDEN SICH ÖFFNEN“

Çimen teilte mit, dass die Nachrichten, die Abarakov an eine Person namens „Mama“ gesendet haben soll, folgende Äußerung enthielten: „Wenn ich komme, werden sie es mir in die Schuhe schieben, genau dann werden sich die Tore zur Hölle öffnen.“ Der Anwalt argumentierte, dass diese Nachrichten im ersten Bericht nicht übersetzt worden seien.


Einer der bemerkenswertesten Vorwürfe von Çimen betraf den Zeitraum, in dem sich das Telefon in der gerichtlichen Verwahrung befand. Der Anwalt sagte, es werde vermutet, dass während der Zeit, in der Abarakovs Mobiltelefon unter staatlicher Obhut stand, auf die Galerie und das Instagram-Konto zugegriffen, Löschvorgänge durchgeführt und einige Daten vernichtet wurden.

Der Anwalt der Familie Doku betonte in seiner Erklärung, dass Fragen zum Prozess der Beweiserhebung und -sicherung beantwortet werden müssten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die neuen Untersuchungen und Vorwürfe auf den weiteren Verlauf des Gerichtsverfahrens auswirken werden.