2000 Jahre alte römische Straße in Troja wird durch Ausgrabungen freigelegt
Während die Ausgrabungen 2026 in der antiken Stätte Troja in Çanakkale andauern, wird eine etwa 2000 Jahre alte Straße aus der Römerzeit freigelegt.
12punto
Die Ausgrabungsarbeiten für das Jahr 2026 in der antiken Stätte Troja, die sich innerhalb der Grenzen des Dorfes Tevfikiye in Çanakkale befindet, dauern an. Im Rahmen des Projekts „Erbe für die Zukunft“ des Ministeriums für Kultur und Tourismus wird eine bedeutende, etwa 2000 Jahre alte Straße aus der Römerzeit freigelegt.
Troja, das 1998 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, gilt mit seiner 5600-jährigen Geschichte als eine der wichtigsten archäologischen Stätten Anatoliens. Die antike Stätte, die in verschiedenen Epochen durch Kriege, Brände und Erdbeben zerstört und wieder aufgebaut wurde, empfängt jedes Jahr zahlreiche einheimische und ausländische Besucher.
FOKUS AUF DIE UNTERSTADT DER RÖMERZEIT
Bei den diesjährigen Ausgrabungen wurde insbesondere die Unterstadt aus der hellenistischen und römischen Zeit in den Fokus gerückt. Im Zentrum der Arbeiten steht eine der großen Straßen, die die geplante Struktur der Stadt in der Römerzeit verdeutlicht. Das Ausgrabungsteam hat sich zum Ziel gesetzt, den Abschnitt der Straße freizulegen, der in Richtung der antiken Stätte verläuft, und diesen Bereich in den kommenden Jahren für Besucher zu öffnen.
Der Leiter der Ausgrabungen in Troja, Prof. Dr. Rüstem Aslan, erklärte, dass sich Troja in der Römerzeit zu einer großen Stadt entwickelte und dass der Besuch von Kaiser Augustus im Jahr 20 v. Chr. einen wesentlichen Einfluss auf diese Entwicklung hatte. Laut Aslan wurde die Stadt seit der Zeit des Augustus mit Gebäuden und Tempeln gestärkt.
Wir arbeiten derzeit an einer sehr großen und bedeutenden Straße aus der Römerzeit. Wir werden den Teil dieser Straße freilegen, der in Richtung der antiken Stätte führt.
Aslan erinnerte auch daran, dass die Gründungsmythologie des Römischen Reiches mit Troja in Verbindung gebracht wird. Er erklärte, dass die Erzählung von Aeneas, der in Vergils Aeneis von Troja nach Westen zieht, den mythologischen Hintergrund bildet, der den Ursprung Roms mit Troja verbindet.
Nach Angaben des Ausgrabungsleiters zeichnete sich die Stadtplanung in der Römerzeit durch das sogenannte „Insula-System“ aus. Auf beiden Seiten der großen Straßen, die in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung verliefen, befanden sich Häuser und Geschäfte. Es wird darauf hingewiesen, dass auch die in den Vorjahren durchgeführten magnetischen Prospektionsarbeiten wichtige Daten über den Plan der Unterstadt geliefert haben.
Besucher in Troja können neben der antiken Stätte auch das 2019 eröffnete Troja-Museum besichtigen, in dem etwa 2000 Exponate ausgestellt sind. Mit der Freilegung der römischen Straße soll es Besuchern in Zukunft ermöglicht werden, die Straßen, Wege und Gebäude aus der Römerzeit in Troja aus nächster Nähe zu betrachten.