Israel könnte vom Eurovision Song Contest disqualifiziert werden

Die Europäische Rundfunkunion (EBU), Veranstalter des Eurovision Song Contest, prüft derzeit, ob Israel aufgrund des politischen Inhalts seines Beitrags „October Rain“ vom Wettbewerb ausgeschlossen werden soll.

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Israels Beitrag für den Eurovision Song Contest, der vom 7. bis 11. Mai in Schweden stattfindet, mit dem Titel „October Rain“, wurde von der veranstaltenden Europäischen Rundfunkunion (EBU) einer Prüfung unterzogen.

Die EBU gab in einer Erklärung bekannt, dass ein Prüfverfahren eingeleitet wurde, da der Verdacht bestehe, dass der Liedtext „politische Botschaften enthält“. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass vertrauliche Gespräche mit der israelischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Kan andauern.

'MÖGLICHKEIT ZUR EINREICHUNG EINES NEUEN LIEDES'

Wie DW Türkçe berichtet, wurde in der Erklärung zudem mitgeteilt: „Wenn ein Lied aus irgendeinem Grund als nicht akzeptabel eingestuft wird, wird gemäß den Wettbewerbsregeln die Möglichkeit eingeräumt, ein neues Lied oder einen neuen Liedtext einzureichen.“

Der Eurovision Song Contest definiert sich selbst als unpolitischer Wettbewerb und kann Teilnehmer disqualifizieren, bei denen ein Verstoß gegen diese Regel vermutet wird.

VORWURF EINES 'MILITÄRISCHEN CODES'

Der Text des israelischen Beitrags war an die Presse gelangt und hatte aufgrund von Vorwürfen, er enthalte Anspielungen auf den Hamas-Angriff vom 7. Oktober, für Diskussionen gesorgt.

Die israelische Zeitung Israel Hayom berichtete, dass das von der Sängerin Eden Golan vorgetragene Stück Ausdrücke wie „Es bleibt keine Luft zum Atmen“ und „Sie waren alle gute Kinder, jedes einzelne“ enthalte. Es wurde darauf hingewiesen, dass dies eine klare Anspielung auf Menschen sei, die sich während der Angriffe vom 7. Oktober in Schutzräumen versteckten.

In dem Bericht wurde zudem behauptet, dass im Liedtext auch „Blumen“ hervorgehoben würden, was angeblich ein militärischer Code für im Krieg gefallene Soldaten sei.

Ein Vertreter der israelischen Rundfunkanstalt Kan bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die an die Presse gelangten Liedtexte korrekt seien.

ISRAEL REAGIERT

Der israelische Kulturminister Miki Zohar bezeichnete eine mögliche Entscheidung zur Disqualifikation Israels aufgrund des Liedes in einem Beitrag in den sozialen Medien als „skandalös“.

Zohar wies den Vorwurf zurück, der Liedtext sei politisch, und behauptete, das Lied spiegele „die Gefühle des Volkes und des Landes in der heutigen Zeit“ wider.

Israel, das den jährlich stattfindenden Eurovision Song Contest bereits viermal gewonnen hat, gehört zu den Ländern, in denen der Wettbewerb sehr populär ist. Der Wettbewerb wird zudem als ein Indikator für die internationale Positionierung des Landes betrachtet.