Osmanische Vogelpaläste beherbergen seit fünf Jahrhunderten zahlreiche Vogelarten

Die Vogelhäuser, die seit dem 16. Jahrhundert an den Mauern einiger Moscheen, Medresen und Mausoleen im Osmanischen Reich errichtet wurden, um Vögeln ein Zuhause zu bieten, beherbergen auch heute noch zahlreiche Vogelarten.

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Die Bauwerke, die als Ergebnis eines ästhetischen Denkens sowohl in architektonischer als auch in menschlicher Hinsicht entstanden sind, werden in der osmanischen Zivilisation auch als Symbol für das Mitgefühl gegenüber Lebewesen betrachtet. 

Die Vogelpaläste, die für die Unterbringung vieler Vogelarten wie Spatzen, Tauben und Stare gebaut wurden, wurden insbesondere an den sonnigen und windgeschützten Teilen der architektonischen Bauwerke angebracht. 

Der Historiker und Autor Mehmet Dilbaz erläuterte die Geschichte der osmanischen Vogelpaläste, ihren Zweck, ihre Bedeutung von der Vergangenheit bis zur Gegenwart und wie diese Werke andere Gesellschaften beeinflusst haben.

'IM GRUNDE DER GESCHICHTE...'

Dilbaz erklärte, dass die Vogelpaläste im Osmanischen Reich eigentlich Werke einer mit dem Islam verbundenen Tradition und Stiftungskultur seien und fügte hinzu: "Im Grunde der Geschichte steht das Bedürfnis, dass das Tatenregister nicht geschlossen wird. Wie in einem berühmten Hadith des Propheten im Islam erwähnt, gibt es einige Dinge, die Menschen nach ihrem Tod retten können: Wissen, ein rechtschaffenes Kind und ein gutes Werk." sagte er. 

Dilbaz erklärte, dass in der Blütezeit der türkisch-islamischen Kunst das Bewusstsein für die Nachhaltigkeit des Nutzens in der osmanischen Gesellschaft zunahm und zahlreiche Stiftungen zur Aufrechterhaltung des sozialen Lebens gegründet wurden. 

'ES IST MÖGLICH, DIE VOGELHÄUSER ZU SEHEN'

Dilbaz wies darauf hin, dass in der Vergangenheit bedeutende Anstrengungen zur Fütterung und Unterbringung von Straßentieren unternommen wurden, und gab folgende Informationen: 

"Gott hat einige stumme Geschöpfe. Besonders für die Unterbringung von Vögeln in den Wintermonaten wurden bestimmte Strukturen erdacht. Wann das erste Vogelhaus in Istanbul gebaut wurde, ist nicht genau bekannt. Denn jeder kennt die unglückliche Geschichte Istanbuls: Erdbeben und Brände..."

Daher sind leider keine hölzernen Vogelhäuser bis heute erhalten geblieben. Aber es ist möglich, Vogelhäuser aus Stein oder aus Marmor gemeißelte Exemplare zu sehen. Seit der Zeit von Süleyman dem Prächtigen kann man in verschiedenen Teilen der Stadt auf Vogelhäuser stoßen. Die ästhetische Kunst der Osmanen hat tatsächlich vieles bis in unsere heutige Zeit bewahrt." 

'DIE VORFAHREN HATTE EINEN ÄSTHETISCHEN GESCHMACK'

Dilbaz wies darauf hin, dass die Vogelhäuser meist aus Ziegeln oder Stein gefertigt wurden, die ersten Beispiele jedoch aus Holz bestanden, "Die osmanischen Vogelpaläste waren ein ästhetischer Genuss, von dem wir heute viele Details verloren haben. Hätten unsere Vorfahren diese Paläste nur mit dem Verständnis gebaut, dass die Vögel hineinfliegen, Sommer wie Winter dort bleiben, ihre Eier ablegen oder sich vor Kälte, Schnee und Regen schützen können, hätten sie lediglich vier Wände errichtet.

Da unsere Vorfahren einen ästhetischen Sinn besaßen, haben sie diese Vogelhäuser in der jeweiligen Epoche, in der sie erbaut wurden, mit Anmut und Detailreichtum im Einklang mit den architektonischen Elementen jener Zeit gestaltet. Daher zeigen die bis heute erhaltenen Vogelhäuser deutlich den architektonischen und ästhetischen Geschmack ihrer Entstehungszeit" fügte er hinzu.