„ChatGPT“-Studie an türkischen Gymnasien: Schüler, die KI nutzen, erzielen schlechtere Ergebnisse
Eine Studie mit Gymnasiasten hat ergeben, dass die Nutzung von ChatGPT den Lernprozess negativ beeinflussen kann. Experten warnen, dass solche KI-Tools den akademischen Erfolg mindern könnten.
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Eine Studie mit Gymnasiasten hat ergeben, dass die Nutzung von ChatGPT den Lernprozess negativ beeinflusst.
Das Aufkommen von KI-Chatbots hat den Zugang zu Informationen erleichtert, ähnlich wie es das Internet getan hat.
Andererseits sind einige Experten der Ansicht, dass Tools wie ChatGPT zu einem Rückgang des akademischen Erfolgs führen könnten.
Einige Untersuchungen legen nahe, dass diese Werkzeuge das Aufschieben von Aufgaben fördern und zu einer Verschlechterung des Gedächtnisses führen können.
KEIN ANSTIEG BEI DER SCHUMMELQUOTE
Obwohl man vermuten könnte, dass ChatGPT das Schummeln erleichtert, wurde in einer im vergangenen Jahr durchgeführten Studie festgestellt, dass KI-Chatbots nicht zu einem Anstieg der Schummelrate führen.
Dem Bericht von Independent Türkçe zufolge nahmen im Herbst 2023 etwa tausend Schüler der 9. bis 11. Klassen eines türkischen Gymnasiums an der Studie teil.
Nach einer Mathematikstunde wurden die Schüler in drei Gruppen eingeteilt und erhielten Übungsaufgaben zum Thema. Eine Gruppe bearbeitete die Aufgaben mit Hilfe von ChatGPT, eine weitere mit einem KI-gestützten Tutor und die dritte Gruppe arbeitete allein.
Der KI-gestützte Tutor war so programmiert, dass er nicht direkt die Antwort gab, sondern den Weg zur Lösung aufzeigte.
Anschließend wurden die Noten der Schüler in einer Prüfung zu diesem Thema ausgewertet.
SCHÜLER, DIE KI NUTZTEN, ERZIELTEN SCHLECHTERE ERGEBNISSE
Die Ergebnisse der Studie, die noch nicht in einer Fachzeitschrift mit Peer-Review veröffentlicht wurde, wurden auf der Website Social Science Research Network (SSRN) geteilt, die Vorabversionen von Artikeln veröffentlicht.
Obwohl die Schüler, die ChatGPT nutzten, bei den Übungsaufgaben 48 Prozent mehr richtige Antworten erzielten als diejenigen, die allein arbeiteten, schnitten sie in der anschließenden Prüfung um 17 Prozent schlechter ab.
Schüler, die den KI-Tutor nutzten, zeigten bei den Übungen eine um 127 Prozent bessere Leistung als diejenigen, die keine KI verwendeten. Bei den Prüfungsergebnissen wurde jedoch kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen festgestellt.
AUCH DIE KI GIBT FALSCHE ANTWORTEN
Das Team vermutet, dass dieses Problem darauf zurückzuführen ist, dass die Schüler die Tools nutzen, um direkt an die Antwort zu gelangen.
Es könnte jedoch auch eine Rolle spielen, dass ChatGPT selbst falsche Antworten auf die Fragen gibt. Es wurde beobachtet, dass das KI-Tool bei 8 Prozent der Fragen falsche Antworten gab und den Lösungsweg bei 42 Prozent der Probleme falsch erklärte.
Die Forscher raten den Schülern, sich nicht allein auf diese Tools zu verlassen, da sie den Lernprozess negativ beeinflussen können.