Haftbefehl gegen Mükremin Gezgin aufgehoben

Der Social-Media-Phänomen Mükremin Gezgin, der wegen 'Förderung und Vermittlung von Prostitution' sowie 'Aufstachelung der Bevölkerung zu Hass und Feindseligkeit oder deren Herabwürdigung' in Untersuchungshaft saß, wurde im ersten Prozessauftakt unter Auflagen aus der Haft entlassen. Das Gericht begründete die Entscheidung mit der bereits verbüßten Haftdauer und dem fehlenden Risiko einer Beweisverdunkelung.

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In der von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft erstellten Anklageschrift wurde dem Social-Media-Phänomen Mükremin Gezgin vorgeworfen, in seinen Beiträgen durch spöttische Äußerungen über das weibliche und männliche Geschlecht Teile der Bevölkerung herabgewürdigt zu haben.

In den der Akte beigefügten Cyber-Untersuchungen und Sachverständigengutachten wurde behauptet, dass der Angeklagte zwischen einer Transperson mit dem Pseudonym 'Masal' und einem gewissen Onur B. vermittelt habe, um sexuelle Handlungen zu ermöglichen.

In der Anklageschrift, in der auf die Auswertung von Textnachrichten und Geldtransfers zwischen den Parteien verwiesen wird, wurde die Bestrafung von Mükremin Gezgin wegen 'Aufstachelung der Bevölkerung zu Hass und Feindseligkeit oder deren Herabwürdigung' sowie 'Förderung, Vermittlung oder Bereitstellung von Räumlichkeiten für die Prostitution einer Person' gefordert.

'ICH HABE DIE BEVÖLKERUNG NICHT ZU HASS UND FEINDSELIGKEIT AUFGESTACHELT'

Der erste Verhandlungstag des Prozesses vor dem 14. Strafgericht erster Instanz in Istanbul fand statt. Der inhaftierte Angeklagte Mükremin Gezgin und seine Anwälte nahmen an der Anhörung teil. In seiner Verteidigung vor Gericht wies Mükremin Gezgin die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück und erklärte: "Ich habe die genannte Person Baki Z. zufällig in einem Fischrestaurant gesehen. Er bat mich um meine Telefonnummer, ich fand ihn sympathisch und wir begannen zu sprechen. Ich bin eine bekannte Person auf der Videoplattform TikTok.

Ich hatte mit meinem Freund, der als 'Masal' bekannt ist, aber eigentlich Onur B. heißt, ein Video auf TikTok gedreht. Baki hat das gesehen, mich angerufen und gesagt: 'Du hast da jemanden Hübsches bei dir, vermittle mir den'. Ich habe Baki dann von einem anderen Telefon, dessen Nummer er nicht kannte, eine Nachricht geschrieben und mich als Masal ausgegeben: 'Ich bin Masal, ich habe deine Nummer von Mükremin bekommen'.

Baki beendete den Chat und rief mich über meine erste Nummer an, die ich ihm gegeben hatte. Ich sagte ihm: 'Ich bin eine Transperson, und die Person, deren Nummer du wolltest, ist ebenfalls eine Transperson, warum wolltest du ihre Nummer?' Damit war das Gespräch beendet. Baki hat mir einmal etwa 1.500 Lira geschickt; außerdem wollte er einmal ein Flugticket kaufen, was er dann aber nicht tat. Abgesehen davon hat er kein Geld geschickt. Die 1.500 Lira waren ein Taschengeld, um das ich ihn gebeten hatte. Ich habe definitiv nicht bei der Prostitution vermittelt. Zudem haben meine Beiträge die Bevölkerung nicht zu Hass und Feindseligkeit aufgestachelt. Ich organisiere Frauen-Matineen und beschäftige mich mit sozialen Medien. Ich bin unschuldig und beantrage meinen Freispruch", sagte er.

PROZESS VERTAGT

Nach den Aussagen traf das Gericht eine Zwischenentscheidung und ordnete die Haftentlassung von Mükremin Gezgin an, wobei die bereits verbüßte Haftzeit, der Abschluss der Zeugenaussagen und das Fehlen einer Möglichkeit zur Beweisverdunkelung berücksichtigt wurden. Das Gericht ordnete zudem eine gerichtliche Aufsicht an, die ein Ausreiseverbot sowie die Verpflichtung beinhaltet, sich einmal wöchentlich bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle zu melden. Das Gericht beschloss, die genannte Person namens Baki im nächsten Verhandlungstermin als Zeugen zu hören, und vertagte den Prozess auf den 8. Oktober.