Klinischer Psychologe warnt: 'Zeugnisnoten bestimmen nicht den Wert eines Kindes!'
Die Zeugniszeit ist ein sensibler Prozess, in dem nicht nur akademische Leistungen, sondern auch die emotionale Welt der Kinder bewertet wird. In diesen Tagen, in denen wir uns dem Ende des Schuljahres 2024-2025 nähern, warnen Experten: 'Noten, die nicht den Erwartungen entsprechen, bestimmen nicht den Wert der Kinder.'
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Die Zeugniszeit sei für Kinder nicht nur eine Phase akademischer Bewertung, sondern ein kritischer Prozess, der durch emotionale Unterstützung und richtige Kommunikation geprägt sein müsse, erklärt die klinische Fachpsychologin İnci Nur Ülkü. „Eltern sollten sich nicht auf das Zeugnis, sondern auf die Anstrengung des Kindes konzentrieren. Noten spiegeln das Potenzial oder die Persönlichkeit eines Kindes nicht vollständig wider“, sagte sie. Ülkü betonte, dass Misserfolg nicht als persönliches Defizit, sondern als entwicklungsorientierte Erfahrung betrachtet werden sollte. Sie wies darauf hin, dass es das Selbstwertgefühl und die Kommunikation langfristig stärke, wenn Familien auf Vergleiche und Kritik verzichteten und stattdessen Raum für die Gefühle der Kinder schafften.
NICHT DAS ERGEBNIS IST WICHTIG, SONDERN DIE ANSTRENGUNG DER KINDER!
Ülkü erinnerte daran, dass die Noten im Zeugnis nicht immer den Erwartungen entsprechen könnten, fügte jedoch hinzu: „Dies bestimmt jedoch nicht den Wert von Kindern oder Jugendlichen.“
'AUCH MÜHE VERDIENT LOB'
Die Expertin erklärte, dass die Sommerferien eine wichtige Gelegenheit sein könnten, ein schlecht gelaufenes Schulhalbjahr auszugleichen, Lernlücken zu erkennen und sich emotional zu erholen. „Das Wertvollste, worauf sich Familien in diesem Prozess konzentrieren sollten, ist die Entwicklung und die Anstrengung des Kindes. Vergessen wir nicht, dass nicht nur das Ergebnis, sondern auch die investierte Mühe Lob verdient“, sagte sie.
Kinder, die nur über ihre Noten bewertet werden, fühlen sich möglicherweise nicht geliebt!
Die Psychologin wies darauf hin, dass die Zeugniszeit für viele Jugendliche ein kritischer Prozess sei, der nicht nur ihre akademischen Leistungen bewerte, sondern auch beeinflusse, wie ihre Familie, Lehrer und ihr Freundeskreis sie wahrnehmen. „In dieser Zeit können Jugendliche mit Gedanken wie ‚Bin ich gut genug, bin ich erfolgreich, habe ich meine Familie enttäuscht?‘ konfrontiert sein. Besonders bei Jugendlichen mit perfektionistischen Zügen oder solchen, die ständig mit anderen verglichen werden, können Angst, Scham und Gefühle der Wertlosigkeit zunehmen“, sagte sie.
Ülkü betonte, wie wichtig es sei, dass Eltern sich nicht auf das Zeugnis, sondern auf die Anstrengung des Kindes konzentrierten: „Noten spiegeln das Potenzial oder die Persönlichkeit eines Kindes nicht vollständig wider. Das Zeugnis ist lediglich das Ergebnis eines Prozesses. Es sollte sorgfältig bewertet werden, wie dieses Ergebnis zustande kam und unter welchen Bedingungen Erfolg oder Misserfolg erlebt wurden. Wenn Eltern ihre Kinder nur über Noten bewerten, fühlen sich die Kinder möglicherweise nicht bedingungslos geliebt. Dies kann zu Motivationsverlust, Angst und Rückzug führen. Wenn man ihnen jedoch das Gefühl gibt, dass man an ihrer Seite steht, sie versteht und ihren Gefühlen Raum gibt, hat dies weitaus langfristigere positive Auswirkungen.“
Misserfolg sollte nicht als persönliches Defizit, sondern als entwicklungsorientierte Erfahrung gesehen werden!
Anstatt etikettierender Aussagen wie „Du bist ohnehin faul“, sollte man laut Ülkü Ausdrücke verwenden, die die Vergänglichkeit betonen und sich auf die Anstrengung konzentrieren, wie etwa: „Dieses Halbjahr ist vielleicht nicht so gelaufen, wie du es dir gewünscht hast, aber es war nur ein Abschnitt. Lass uns darüber sprechen, was wir für das nächste Halbjahr tun können.“ Ülkü fügte hinzu: „Darüber hinaus hilft es, das Selbstwertgefühl zu schützen, wenn man das Kind an seine Stärken erinnert, den Erfolg nicht nur auf akademische Noten beschränkt und betont, dass Misserfolg kein persönliches Defizit, sondern eine entwicklungsorientierte Erfahrung ist.“
Um die Motivation wiederherzustellen, muss man zuerst Raum für Gefühle schaffen!
Ülkü erklärte, dass Individuen in dieser Zeit ein stärkeres Bedürfnis nach externer Bestätigung hätten und soziale Vergleiche zunähmen. Sie fuhr fort:
„Wenn Erfolg sowohl in der Familie als auch im Umfeld als Maßstab für den Wert präsentiert wird, können Jugendliche Misserfolge als persönliches Versagen wahrnehmen.
Um die Motivation wiederherzustellen, muss man zuerst Raum für Gefühle schaffen. Ein empathischer Ansatz wie ‚Es tut mir leid, es ist vielleicht nicht so gelaufen, wie du wolltest. Lass uns das gemeinsam bewerten‘ unterstützt das Kind dabei, sich wieder zu fangen. Anschließend tragen Zielsetzungen, die Unterteilung in machbare Schritte und die Anerkennung von Entwicklungsbereichen außerhalb des schulischen Erfolgs dazu bei, die intrinsische Motivation neu aufzubauen.“
Die Zeugniszeit ist eine Gelegenheit, die Eltern-Kind-Kommunikation zu stärken…
Die klinische Fachpsychologin İnci Nur Ülkü wies darauf hin, dass die Kommunikation in manchen Familien in dieser Zeit unterstützender werde, während in anderen Kritik, Vergleiche und Druck in den Vordergrund rückten: „Wenn Kinder das Gefühl haben, dass ihre Noten nicht ausreichen, können sie sich von ihren Familien distanzieren, die Kommunikation einschränken oder Wutausbrüche erleben. Dabei könnte diese Zeit auch als Gelegenheit genutzt werden, die emotionalen Bedürfnisse des Kindes zu erkennen und die Beziehung zu stärken.“
Auch soziale Medien können bei Kindern Gefühle der Unzulänglichkeit auslösen!
Die Expertin ging auf Ausdrücke ein, die Eltern im Gespräch mit ihren Kindern während der Zeugniszeit vermeiden sollten, und schloss ihre Worte wie folgt:
„Die am häufigsten verwendeten Sätze wie ‚Als ich in deinem Alter war...‘, ‚Das Kind der Nachbarn hat so gute Noten bekommen‘ oder ‚Ich habe mich so sehr bemüht, ist das der Dank dafür?‘ erzeugen sowohl Vergleiche als auch Gefühle der Wertlosigkeit. Stattdessen sollte eine konstruktive und integrative Sprache verwendet werden, wie etwa: ‚Es war eine schwierige Zeit für dich, wir können gemeinsam darüber sprechen.‘
Andererseits sind soziale Medien zu einem mächtigen Medium geworden, das insbesondere in der Pubertät dazu einlädt, sich mit anderen zu vergleichen.
Übertriebene Erfolgsberichte oder humorvolle Herabwürdigungen im Zusammenhang mit der Zeugniszeit können bei manchen Jugendlichen Gefühle der Unzulänglichkeit, Wertlosigkeit oder Scham auslösen. Daher ist es wichtig, dass Eltern und Erwachsene die Privatsphäre der Kinder wahren und bei Beiträgen über Erfolge sensibel vorgehen.“