Menopause sorgt bei Walen für ein längeres Leben!

Wissenschaftler haben entdeckt, dass Walarten, die die Menopause durchlaufen, länger leben als andere und dadurch ihre Familien länger unterstützen können.

BBC

Wissenschaftler haben in ihren Untersuchungen an Walarten, deren Weibchen die Menopause durchlaufen, herausgefunden, dass diese Wale länger leben als andere und daher ihre Familien über einen längeren Zeitraum hinweg betreuen können.

Die Forscher versuchten, die evolutionären Gründe für die Menopause zu verstehen, die nur bei Menschen und einer kleinen Anzahl von Meeressäugern vorkommt.

Aus evolutionärer Sicht wurde festgestellt, dass das Einstellen der Fortpflanzung bereits in der Mitte der Lebensspanne eine ungewöhnliche Entscheidung darstellt.

In der Natur wurde beobachtet, dass viele Arten versuchen, ihre Gene bis zum Tod durch Fortpflanzung an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Sam Ellis von der University of Exeter erklärte, dass die Menopause bei einigen Walarten ein längeres Leben ermöglicht und dass Mütter und Großmütter, die die Fortpflanzung einstellen, weiterhin für ihre Familien sorgen: „Dies ist bei Menschen ähnlich. Unsere reproduktiven Jahre sind fast identisch mit denen unserer nächsten Primatenverwandten, aber unsere Lebensspanne ist weitaus länger als ihre.“

Es wurde bekannt gegeben, dass diese im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie das jüngste Glied in den Bemühungen der Wissenschaftler ist, dieses Rätsel zu lösen.

Ein Team der University of Exeter untersuchte die Lebensspanne von 32 Walarten.

Es wurde festgestellt, dass Narwale, Belugas (Weißwale), Kurzflossen-Grindwale, Orcas und Kleine Schwertwale, deren Weibchen die Menopause durchlaufen, im Vergleich zu anderen Zahnwalen durchschnittlich 40 Jahre länger leben. Auf diese Weise widmen sie ihren Nachkommen und deren Jungen mehr Zeit und erhöhen so deren Überlebenschancen.

Zudem wurde festgestellt, dass sie durch das Einstellen der Fortpflanzung in einem bestimmten Alter weniger Energie verbrauchen.

Eine weitere Erkenntnis der Wissenschaftler besagt, dass Arten mit engen familiären Bindungen und komplexen sozialen Strukturen die Menopause durchlaufen.

Rebecca Sear, Professorin für Bevölkerung und Gesundheit an der London School of Hygiene & Tropical Medicine, kommentierte die Forschungsergebnisse wie folgt: „Diese Studie an Walen zeigt, dass bei Menschen ähnliche Selektionsprozesse am Werk sein könnten, wodurch die reproduktive Konkurrenz zwischen den Generationen durch hilfsbereite Großmütter ersetzt werden könnte.“