Wim Wenders, Regisseur von Perfect Days: 'Nostalgie nützt niemandem'
Wim Wenders, Regisseur von Perfect Days, der in diesem Jahr als einer der fünf Kandidaten für den Oscar als bester internationaler Film nominiert war und diesen Monat auf MUBI zu sehen ist, äußerte sich zu seinem Werk. Wenders sagte: „Ich halte Nostalgie nicht für ein richtiges Gefühl, ich glaube, sie nützt niemandem.“
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Wim Wenders erklärte, dass der Entstehungsprozess des Films mit einer Einladung aus Japan begann: „Ich hatte Japan vermisst, und dann kam diese wunderbare Einladung, mir ein Kunstprojekt von 15 Architekten anzusehen, die ihre eigenen erstaunlichen kleinen Toiletten bauten.“
Wenders fuhr fort: „Normalerweise bauen sie Banken, Stadien und Hochhäuser. Jetzt bauten sie das Kleinste: öffentliche Toiletten. Die Einladung war also dazu gedacht, dass ich komme, es mir ansehe und schaue, ob es mich vielleicht dazu inspiriert, eine Reihe von Filmen über die Toiletten und die Architekten zu machen.“
'NACH DER PANDEMIE...'
Der berühmte Regisseur erklärte, er habe erkannt, dass dahinter eine viel größere Geschichte stecke: „Anstatt vier kleine Geschichten über die Toiletten und ihre Schöpfer zu machen, wurde mir klar, dass ich einen Film über die japanische Kultur machen könnte, in der diese Toiletten eine andere Rolle spielen, und dann über andere Kulturen. Es geht um unsere Zeit, noch mehr um die Zeit nach der Pandemie, in der wir leben...“
'DIE ALTEN GUTEN ZEITEN ZU BESCHWÖREN IST NICHT POSITIV'
Auf die Frage: „Zeit ist auch ein wichtiges Konzept im Film 'Perfect Days', nicht wahr?“, antwortete Wenders: „Ich halte Nostalgie nicht für ein richtiges Gefühl, ich glaube, sie nützt niemandem. Die alten guten Zeiten zu beschwören ist nicht positiv, im Gegenteil, es ist ein negativer Ansatz.“ (Milliyet)
HANDLUNG VON PERFECT DAYS
Der Film, der von einem realen Stadterneuerungsprojekt namens „The Tokyo Toilet“ inspiriert wurde, verdankt seinen Namen dem Klassiker „Perfect Day“ von Lou Reed.
Der Film konzentriert sich auf Hirayama, einen Mann mittleren Alters, der ein bescheidenes und ruhiges Leben führt, in Tokio als Reinigungskraft für öffentliche Toiletten arbeitet und fest an seinen Routinen festhält.
Das friedliche und glückliche tägliche Leben von Hirayama, der seiner Leidenschaft für Musik, Literatur und Fotografie nachgeht, gerät ins Wanken, als Niko, die im Teenageralter befindliche Tochter seiner entfremdeten Schwester Keiko, plötzlich vor seiner Tür steht.
Unerwartete Begegnungen, die Hirayama dazu bringen, sich wieder mit seiner Vergangenheit zu verbinden, beginnen nach und nach die verborgene Geschichte hinter seinem glücklichen Leben zu enthüllen.