Mord mit einer Strumpfhose: Gefordertes Strafmaß für Sängerin Seçil Çiftçi und ihren Vater bekannt
Die Staatsanwaltschaft hat ihr Plädoyer im Prozess gegen die Sängerin Seçil Çiftçi und ihren Vater Cemal Çiftçi abgegeben. Ihnen wird vorgeworfen, Semih Sevim, dessen Leiche in einem Waldgebiet in Sancaktepe gefunden wurde, mit einer Strumpfhose erdrosselt zu haben.
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Die inhaftierte Angeklagte Seçil Çiftçi wurde zur Verhandlung vor dem 19. Schwurgericht in Istanbul gebracht. Der nicht inhaftierte Mitangeklagte Cemal Çiftçi sowie die Anwälte beider Parteien waren ebenfalls im Gerichtssaal anwesend.
Der Staatsanwalt verlas sein Plädoyer. Darin wurde dargelegt, dass die allgemeinen Körperverletzungen des Opfers sowie die Hirnblutung durch das Erdrosseln mit einer Strumpfhose verursacht wurden.
Unter Berücksichtigung der körperlichen Konstitution der Angeklagten Seçil Çiftçi wurde festgestellt, dass sie die Tat nicht allein hätte begehen können, weshalb davon ausgegangen wird, dass sie den Mord gemeinsam mit ihrem Vater Cemal Çiftçi begangen hat.
STAATSANWALTSCHAFT FORDERT LEBENSLANGE HAFT MIT BESONDERER SCHWERE DER SCHULD
Der Staatsanwalt forderte für Seçil Çiftçi und ihren Vater Cemal Çiftçi wegen „vorsätzlichen Mordes durch Planung“ eine lebenslange Freiheitsstrafe mit besonderer Schwere der Schuld. Zudem beantragte der Staatsanwalt die Verhaftung des bisher auf freiem Fuß befindlichen Cemal Çiftçi.
FORTDAUER DER UNTERSUCHUNGSHAFT BESCHLOSSEN
Seçil Çiftçi und ihre Anwälte baten um eine Frist, um auf das Plädoyer reagieren zu können. Das Gericht entschied, die Untersuchungshaft von Seçil Çiftçi fortzusetzen, und vertagte die Verhandlung, damit die Verteidigung ihre Stellungnahmen vorbereiten kann.
ANKLAGESCHRIFT
In der von der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul erstellten Anklageschrift heißt es, dass die Ermittlungen eingeleitet wurden, nachdem am 1. Januar 2023 in der Nähe des Erholungsgebiets Sazak Çeşme in Sancaktepe eine zunächst nicht identifizierte Person tot aufgefunden worden war. Es wurde festgestellt, dass es sich bei dem Verstorbenen um den zuvor als vermisst gemeldeten Semih Sevim (40) handelte.
In der Anklageschrift wird dargelegt, dass die Angeklagte Seçil Çiftçi die festgestellten Verletzungen nicht allein hätte verursachen können und die Überzeugung besteht, dass sie gemeinsam mit ihrem Vater die Handlungen ausführte, die zum Tod des Opfers führten. Für Seçil Çiftçi und ihren Vater Cemal Çiftçi wird jeweils eine lebenslange Freiheitsstrafe mit besonderer Schwere der Schuld wegen vorsätzlichen Mordes durch Planung gefordert.