Türkische Forscher berichten: Stress beeinträchtigt die Zeitwahrnehmung im Gehirn
Wissenschaftler der Universität Ankara haben aufgezeigt, wie Stress und Dopamin die Zeitwahrnehmungsprozesse des Gehirns beeinflussen.
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Wissenschaftler der Universität Ankara haben festgestellt, dass die Faktoren "Dopamin" und "Stress" bestimmte Veränderungen in den Prozessen der "Zeit"-Wahrnehmung des Gehirns hervorrufen.
Den Forschungsergebnissen zufolge, die in einem internationalen Fachartikel veröffentlicht werden sollen, beeinträchtigt Stress die exekutive Kontrolle des Gehirns, während Personen mit einem höheren Dopaminspiegel die Zeit präziser wahrnehmen.
Es wird erwartet, dass die Studie neue Perspektiven für das Verständnis der Mechanismen hinter Zeitwahrnehmungsstörungen bei Krankheiten wie Depressionen, Schizophrenie und Parkinson sowie für deren Diagnose und Überwachung der Behandlung eröffnet.
Prof. Dr. Metehan Çiçek, Dozent am Fachbereich Physiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Ankara und Leiter des Labors für menschliche Neurobildgebung am Gemeinsamen Anwendungs- und Forschungszentrum für Neurowissenschaften und Neurotechnologie (NÖROM), erläuterte die Ergebnisse des wissenschaftlichen Projekts mit dem Titel "Der Einfluss von sozialem Stress auf die Zeitwahrnehmung: Eine epigenetische und bildgebende Studie des Gehirns".
Çiçek erklärte, dass sie in ihren Studien gesunden Erwachsenen unter Anwendung der Magnetresonanztomographie (MRT) Bilder zeigten, die sozialen Stress auslösten, und dabei beobachteten, dass Stress zu Veränderungen in der Zeitwahrnehmung führt.
Çiçek sagte: "Stress beeinträchtigt die exekutive Kontrolle des Gehirns in Bezug auf die Zeitwahrnehmung. In Momenten von Stress schaltet das Gehirn die Zeit gewissermaßen in Zeitlupe, als würde sich das Zeitfenster erweitern, um lebensrettende Entscheidungen treffen zu können."
Darüber hinaus stellte Çiçek fest, dass Personen mit einem höheren Dopaminspiegel die Zeit genauer wahrnehmen, was darauf hindeute, dass das Dopaminsystem mit Belohnungsprozessen verknüpft sei.
Çiçek betonte, dass die Forschungsergebnisse wichtig seien, um die Ursachen von Zeitwahrnehmungsstörungen bei Krankheiten wie Depressionen und Schizophrenie zu verstehen und neue Behandlungsmethoden zu entwickeln.
Er gab an, dass die Ergebnisse der Studie von Dr. Güvem Gümüş Akay und Dr. Gözde Vatansever im Rahmen ihrer Doktorarbeiten in Physiologie und Neurowissenschaften verfasst wurden und sich die Artikel zur Einreichung bei einer internationalen wissenschaftlichen Fachzeitschrift in der Vorbereitungsphase befinden.