Umstrittene Waffenaussage von Star-Regisseur Tarantino: „Das Aufregende ist das Abfeuern“
Quentin Tarantino hat trotz des tödlichen Unfalls am Set von „Rust“ die Verwendung echter Waffen bei Dreharbeiten verteidigt und damit für Diskussionen gesorgt. Der Regisseur erklärte, dass die sichere Handhabung von Schusswaffen teilweise in der Verantwortung der Schauspieler liege, und betonte, dass der Einsatz echter Schusswaffen auf der Leinwand für das Publikum einen größeren Reiz darstelle.
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Quentin Tarantino hat sich trotz der Forderungen nach einem Verbot echter Waffen an Filmsets – die nach dem tödlichen Schussunfall von Alec Baldwin am Set des Films „Rust“, bei dem die Kamerafrau ums Leben kam, laut wurden – für deren weitere Verwendung ausgesprochen. Der für seine gewalthaltigen Filme bekannte Regisseur von „Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“ erklärte, er bevorzuge es, echte Schusswaffen und Platzpatronen zu sehen, anstatt auf Spezialeffekte oder computergenerierte Bilder zurückzugreifen.
In einem Podcast-Interview sagte der 61-jährige Tarantino: „Das Aufregende ist das Abfeuern und das echte orangefarbene Mündungsfeuer zu sehen, anstatt nachträglich ein orangefarbenes Feuer in das Bild einzufügen. Trotz all der Waffen, die wir in Filmen abfeuern, haben wir nur zwei Fälle, in denen Menschen durch Unfälle getroffen wurden.“
KAMERAFRAU STARB AM SET
Die Kamerafrau Halyna Hutchins starb 2021 am Set von „Rust“, der Regisseur Joel Souza wurde verletzt. Der 66-jährige Alec Baldwin hatte in einer Kirche am Set des Westerns eine Schießübung durchgeführt, als sich ein Schuss löste und Hutchins sowie den hinter ihr stehenden Souza traf. Im Jahr 1993 kam der Schauspieler Brandon Lee, Sohn von Bruce Lee, während der Dreharbeiten zum Film „The Crow“ durch eine Schussabgabe am Set ums Leben.
„AUCH DER SCHAUSPIELER IST FÜR DEN UNFALL MITVERANTWORTLICH“
Tarantino vertrat die Ansicht, dass Schauspieler wie Baldwin zumindest teilweise für den sicheren Umgang mit Schusswaffen an Filmsets verantwortlich seien. Der Regisseur sagte: „Ich denke, ich bin fair genug, wenn ich sage, dass die Person, die einem die Waffe gibt, zu 90 Prozent für alles verantwortlich ist, was mit der Waffe zu tun hat. Aber der Schauspieler trägt 10 Prozent Verantwortung. Es ist eine Waffe! Man ist bis zu einem gewissen Grad mitverantwortlich.“
Die Waffenmeisterin von „Rust“, Hannah Gutierrez-Reed, wurde nach einer Gerichtsverhandlung im April wegen fahrlässiger Tötung zu 18 Monaten Haft verurteilt. Als die Dreharbeiten zu „Rust“ eineinhalb Jahre nach dem Tod von Hutchins wieder aufgenommen wurden, kamen am Set keine echten Waffen mehr zum Einsatz.