Besorgniserregende Warnung für Sındırgı: 'Gebäude räumen'

Nach den Erdbeben im Landkreis Sındırgı in Balıkesir betonen Experten, dass beschädigte Gebäude geräumt werden müssen.

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Nach dem Erdbeben der Stärke 6,1, das sich am 10. August im Landkreis Sındırgı in Balıkesir ereignete, kam es am 27. Oktober zu einem weiteren Beben derselben Stärke. Diese Erschütterungen waren auch in umliegenden Provinzen wie Izmir, Istanbul und Bursa zu spüren. Bei beiden Erdbeben stürzten einige Gebäude ein, während viele weitere Strukturen beschädigt wurden.

Prof. Dr. Hasan Sözbilir, Direktor des Zentrums für Erdbebenforschung und -anwendung der Dokuz-Eylül-Universität, äußerte nach seinen Untersuchungen in der Region wichtige Warnungen. Sözbilir erklärte: "Es müssen dringende Maßnahmen bezüglich des Gebäudebestands in Sındırgı ergriffen werden. Die Gebäude, die beim ersten Beben eingestürzt waren oder schwere Schäden erlitten hatten, waren bereits geräumt worden. Dadurch gab es beim zweiten Beben keine Todesopfer. Beim jüngsten Erdbeben sind nun Gebäude mit mittleren und schweren Schäden entstanden. Es ist ratsam, diese Gebäude zu räumen."

'TOTGEGLAUBTE VERWERFUNGEN WIEDER AKTIV'

Prof. Dr. Sözbilir wies darauf hin, dass in der Region nun Verwerfungen aktiv geworden sind, die zuvor als inaktiv galten. "Wir haben im bergigen Gebiet südlich von Sındırgı die Existenz von Verwerfungen festgestellt, die sich zuvor nicht bewegt hatten. Diese Verwerfungen waren vor Millionen von Jahren aktiv, hatten sich jedoch in den letzten 10.000 Jahren nicht mehr bewegt. Wir haben nun beobachtet, dass diese Verwerfungen Erdbeben erzeugen", sagte er.

RISIKO WEITERER ERDBEBEN

Sözbilir erklärte, dass die beiden großen Erdbeben in Sındırgı innerhalb derselben Verwerfungszone stattfanden und dass diese Zone Segmente enthält, die unabhängig voneinander Erdbeben auslösen können. Er warnte: "In naher Zukunft könnten sich weitere Erdbeben ähnlicher Stärke entwickeln."

Sözbilir wies zudem darauf hin, dass das geothermische System in der Region die seismische Aktivität beeinflusse: "Wenn ein geothermisches System und eine aktive Verwerfung am selben Ort zusammentreffen, endet die Erdbebenaktivität nicht sofort. Daher kann sie in Form einer Erdbebenserie anhalten", sagte er.

Experten warnen vor möglichen künftigen Erdbeben mit einer Stärke von mindestens 5,0 und betonen, dass die Bürger sich von beschädigten Gebäuden fernhalten sollten.