Das Ausmaß der staatlichen Korruption: Handgranaten und Munition der Spezialeinheit zum Verkauf angeboten
Aus dem Waffenlager der Spezialeinheit der Polizei in Adana wurden 239 Handgranaten und 262.000 Schuss Munition gestohlen und verkauft. Gegen insgesamt 10 Angeklagte, darunter 4 aktive Polizisten, 3 pensionierte Beamte, ein entlassener Polizist und ein Anwalt, wurden Haftstrafen von bis zu 41 Jahren gefordert. Die Ermittlungen offenbaren eine tiefgreifende Korruption innerhalb der staatlichen Sicherheitsbehörden.
12punto
Aus dem Lager der Spezialeinheit der Polizeidirektion Adana wurden hunderte Handgranaten und hunderttausende Schuss Munition von den dort diensthabenden Polizisten selbst verkauft. Gegen 10 Personen, darunter 4 noch aktive Polizisten, 3 pensionierte Polizisten, ein entlassener Polizist und ein Anwalt, wurde Anklage wegen Delikten wie „unerlaubter Besitz und Weitergabe gefährlicher Stoffe, Unterschlagung sowie unerlaubter Waffentransport“ erhoben.
Die Staatsanwaltschaft forderte für den Polizeibeamten Oğuzhan K. eine Haftstrafe von 41 Jahren und 6 Monaten, für die übrigen Angeklagten zwischen 22 Jahren und 6 Monaten sowie 35 Jahren und 6 Monaten.
WIE KAM DER VORFALL ANS LICHT?
Es wurde festgestellt, dass der für die Zählung, Verteilung und Wartung der Waffen und Munition im Lager zuständige Polizeibeamte Oğuzhan K. das übrige Personal während der Dienstzeit mit Aussagen wie „Hier gibt es keine Probleme, ich kümmere mich darum“ auf Distanz hielt, um Kontrollen zu verhindern. Auch sein wiederholtes Betreten und Verlassen des Lagers außerhalb der Dienstzeiten fiel auf. Nachdem ordnungsgemäß gelagertes Material in unordentlichem Zustand aufgefunden wurde, wuchs der Verdacht, was am 28. November 2024 zu einer unangekündigten Inventur führte.
LEERE KISTEN ALS VOLL AUSGEGEBEN
Bei der Zählung wurde festgestellt, dass in den unteren Reihen der Handgranatenkisten leere Behälter platziert worden waren, um einen vollen Bestand vorzutäuschen, und dass leere Munitionskisten zwischen vollen Kisten versteckt wurden. Zudem wurde versucht, die Zählung zu behindern, indem größere Kisten vor das Material gestellt wurden.
239 HANDGRANATEN UND 262.000 SCHUSS MUNITION FEHLEN
Bei einer detaillierten Bestandsaufnahme fehlten 239 Verteidigungshandgranaten, 59.000 Schuss Munition des Kalibers 7,62x51 mm sowie 203.000 Schuss Munition des Kalibers 9x19 mm.
Oğuzhan K. gestand in seiner Vernehmung, die Handgranaten und die Munition gegen Geld an ehemalige Kollegen verkauft zu haben.
TÖDLICHES INVENTAR ZUR SCHULDENTILGUNG VERKAUFT
Oğuzhan K., der von der Kronzeugenregelung Gebrauch machen wollte, gab an, seit 2018 im Lager tätig gewesen zu sein. Während eines Einsatzes in Bagdad im Jahr 2021 sei er in die Spielsucht geraten, habe Kredite in Höhe von 1,5 Millionen TL bei Banken aufgenommen und begonnen, die Munition zu verkaufen, als er seine Schulden nicht mehr bedienen konnte.
WAFFEN IN WOHNUNGEN UND BÜROS SICHERGESTELLT
Bei den Razzien wurden im Büro von Murat Y., der angeblich der Anwalt des Polizisten Ali M. ist, 138 Handgranaten, 6 Pistolen, tausende Schuss Munition und ballistische Westen beschlagnahmt. Im Fahrzeug von Ali M. wurden 49 Pistolen, 5.579 Schuss Munition, schusssichere Westen und ballistische Helme gefunden.
Zu den Orten, an denen die Munition gelagert wurde, gehörten ein Jagdgeschäft, die Wohnungen der Polizisten sowie gepanzerte Fahrzeuge auf dem Gelände der Spezialeinheit.
STAATLICHE MUNITION FLOSS IN DIE KRIMINELLE WELT
Nach Abschluss der Ermittlungen wurden 7 Angeklagte inhaftiert, 3 wurden unter Auflagen freigelassen. In der Anklageschrift wurde aufgedeckt, dass der Polizist Ali M. insgesamt 1 Million 90.000 Lira an Oğuzhan K. überwiesen hatte. Der Gesamtwert der unterschlagenen Munition wird auf 1 Million 540.000 Lira beziffert.