Frau, die ihr im WC geborenes Baby in den Müll warf, plädiert auf 'Ich bereue es'

In Kastamonu versteckte eine Frau ihre Schwangerschaft neun Monate lang vor ihrer Familie, brachte das Baby auf der Toilette zur Welt, wickelte es in eine Tüte und ließ es neben einem Müllcontainer zurück. Vor Gericht sagte sie: „Ich bereue es“ und forderte ihre Freilassung.

İHA

Der Vorfall ereignete sich am 2. November 2023 in der Karadut-Straße im Stadtteil Kuzeykent im Zentrum von Kastamonu.

Nach vorliegenden Informationen wurde von Bürgern ein männliches Baby gefunden, das in eine Mülltüte gewickelt neben einem Müllcontainer lag.

Nach der Erstversorgung durch Rettungskräfte im Kastamonu-Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus konnte das neugeborene Baby gerettet werden.

Nach dem Vorfall stellten die Teams der Polizeidirektion Kastamonu fest, dass die Mutter des im Müll gefundenen Babys Cansu Ç. ist. Es wurde festgestellt, dass Cansu Ç. die Geburt ohne Wissen ihrer Familie auf der Toilette vollzogen hatte; sie wurde daraufhin festgenommen. Das Baby, das medizinisch versorgt wurde, hat sich nach einer Behandlung in Ankara inzwischen erholt.

SIE FORDERTE IHRE FREILASSUNG

Nach dem Vorfall wurde das Verfahren gegen Cansu Ç. (18) vor dem Schwurgericht Kastamonu wegen des Vorwurfs des „Mordes an einem nahen Verwandten, der sich nicht verteidigen kann“ fortgesetzt. Cansu Ç., die per SEGBİS aus der Haftanstalt zugeschaltet wurde, gab ihre Verteidigung ab. Sie erklärte, sie bereue die Tat zutiefst und sagte: „Ich beantrage meine Freilassung oder die Anordnung von Hausarrest.“

"MEIN VATER KÖNNTE DIE TÜTE ZUGEBUNDEN HABEN, ALS ER DEN MÜLL WEGWARF"

In ihrer Verteidigung gegenüber den Zeugenaussagen sagte Cansu Ç.: „Als ich meinem Vater zu Hause die Tüte gab, war sie offen. Mein Vater könnte die Tüte zugebunden haben, als er den Müll wegwarf.“

Die Zeugen Canan, die Schwester von Cansu Ç., sowie ihre Brüder Ceyhun und Cihan Ç. gaben an, dass sie von der Schwangerschaft ihrer Schwester nichts bemerkt hätten und erst von dem Vorfall erfuhren, als die Polizei eintraf. Der Zeuge Burak K. erklärte, dass sie zum Müllcontainer gegangen seien, um Holz zu holen: „Neben dem Müllcontainer stand ein Mülleimer. Beim Holzsammeln hörten wir ein Babygeräusch.

Wir öffneten die Tüte. Als wir die Tüte öffneten, kam ein Babybein zum Vorschein. Danach riefen wir sofort die Polizei und erstatteten Anzeige. Die Tüte war zugebunden. Als wir sie öffneten, ragte ein Bein heraus. Dann fing das Baby an sich zu bewegen. Wir dachten erst, es sei eine Katze, aber es war ein Baby.“

"ALS WIR DIE TÜTE ÖFFNETEN, FING ES AN SICH ZU BEWEGEN"

Der Zeuge İsmail K. sagte: „Wir machen abends vor dem Kleinfeldfußballplatz ein Feuer. Wir brauchten Holz. Neben dem Müllcontainer lag viel Holz. Ich schickte meine Freunde dorthin, um Holz zu holen. Der Container war bis oben hin voll. Meine Freunde hatten im Müll eine Katze gesehen. Neben dem Container stand ein Mülleimer. Als meine Freunde nach der Katze sahen, hörten sie Geräusche aus der Tüte.

Als sie die Tüte öffneten, kam ein Babybein zum Vorschein. Dann riefen sie mich: 'Onkel, komm mal her'. Als ich zu ihnen ging, öffneten wir die Tüte und sahen, dass ein Baby darin war. Das Baby weinte nicht. Als wir die Tüte öffneten, fing es an sich zu bewegen. Dann riefen wir den Krankenwagen. Das Baby lag so da, als wäre es kopfüber hineingeworfen worden. Die Nabelschnur war noch nicht einmal durchtrennt.“

Das Gericht entschied, die Untersuchungshaft von Cansu Ç. fortzusetzen. Das Gericht forderte ein medizinisches Gutachten zum Gesundheitszustand des Babys an, ordnete die Übergabe der Akten an die Staatsanwaltschaft zur Vorbereitung der Anklageschrift an und vertagte die Verhandlung auf einen späteren Termin.