Nach tödlichem Unfall mit drei Freunden: Familien reagieren auf Kommentare in sozialen Medien – „Alle reden mit, ob sie etwas wissen oder nicht"

Bei einem Unfall in Rize, bei dem am 23. Juni drei junge Menschen ums Leben kamen, haben die Familien der Opfer auf haltlose Behauptungen, Kommentare und Unfallaufnahmen reagiert, die sich in sozialen Medien verbreitet haben – und erklärt, dass ihr Schmerz dadurch noch größer werde.

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Gamze Saklı sowie ihre Freundinnen Nilay Bilgin und Selinay Saral, die in der Nacht auf Dienstag, den 23. Juni, bei einem Unfall im Landkreis Çayeli in Rize ums Leben gekommen waren, wurden zu Grabe getragen. Während das Echo des Unglücks noch anhält, haben die trauernden Familien auf Beiträge in sozialen Medien reagiert. 

Fethi Bilgin, ein Cousin von Nilay Bilgin, äußerte sich zu dem Thema und erklärte, dass die in sozialen Medien kursierenden Aufnahmen vom Unfallort sowie die nicht abreißenden Kommentare den Familien noch mehr Schmerz bereiteten.

Fethi Bilgin, der sich in der Unfallnacht ebenfalls im Auto befunden hatte, erklärte, dass die vier Freundinnen vor dem Unfall im Park am Uferbereich des Landkreises Çayeli gesessen hätten, und sagte: „In dem Bereich am Ufer, der Çayeli Park genannt wird, saßen vier Freundinnen zusammen. Von dort sind sie aufgebrochen und auf dem Weg in Richtung Rize verunglückt. In den sozialen Medien gab es Kommentare, falsche und irreführende Aussagen. Das ist eine schlimme Sache. Sollen sich die Familien von drei Menschen, die ihre Kinder verloren haben, um ihren Schmerz kümmern oder um die Kommentare, die da gemacht werden? Da hat jemand nichts Besseres zu tun, fährt zur Unfallstelle, dreht ein Video und stellt es dann in den sozialen Medien ein, als hätte er etwas Großartiges getan. Die Kommentare sind sehr nervenaufreibend und traurig. Alle reden mit, ob sie etwas wissen oder nicht, und schreiben massenhaft Kommentare. Diese Menschen haben Mütter und Väter, sie haben Familien, sie haben Angehörige."

Bilgin berichtete außerdem, dass auf seinem Mobiltelefon noch vor der Übernahme der Leichen vom Rechtsmedizinischen Institut eine Sprachaufnahme eingegangen sei, die als „Gespräch zwischen Polizisten" bezeichnet worden sei – was sich jedoch als haltlos erwiesen habe. Er sagte: „Wir hatten unsere Verstorbenen noch gar nicht von dort abgeholt, da geht schon eine Sprachaufnahme auf meinem Handy ein. Die wird so weitergegeben, als wäre es ein Gespräch zwischen Polizisten. Ich habe versucht, einen klaren Kopf zu bewahren, bin zur Polizei gegangen und habe ihnen die Aufnahme vorgespielt. Ich sagte: ‚Wenn das ein Gespräch unter euch ist, ist das eine ernste Sache. Wie kann ein Gespräch unter euch so in Umlauf geraten? Aber wenn es nicht von euch stammt, dann hat jemand, der dort vorbeigekommen ist, diese Aufnahme gemacht und damit vor seinen Freunden angegeben. Auch das ist etwas, das gesellschaftlich hinterfragt werden muss.' Und tatsächlich waren es keine Polizisten. Jemand ist dort vorbeigekommen, hat eine Sprachaufnahme gemacht und seinen Freunden den Unfallhergang geschildert. Diese Aufnahme kursiert nun im Umlauf."